Draufgeschaut: Hurricane


Film Huricane

Lesra Martin (Vicellous Reon Shannon) macht sich für Rubin Carter (Denzel Washington) stark.

Lesra Martin (Vicellous Reon Shannon) macht sich für Rubin Carter (Denzel Washington) stark.

Produktionsland USA
Jahr 1999
Spielzeit 145 Minuten
Regie Norman Jewison
Hauptdarsteller Denzel Washington, Vicellous Reon Shannon, Deborah Kara Unger, Liev Schreiber, John Hannah
Bewertung

Worum geht’s?

Der Film erzählt die Lebensgeschichte des schwarzen Profiboxers Rubin Carter: Nach schwerer Kindheit läuft es im Jahr 1966 mittlerweile ganz gut für ihn. Sportlich hat er sich einen Namen gemacht, er ist verheiratet und kann von seinen Kampfbörsen gut leben. Dann wird er des Mordes an drei Weißen beschuldigt und zu lebenslanger Haft verurteilt. Er beteuert seine Unschuld, sieht sich als Opfer einer rassistischen Verschwörung und schreibt ein Buch über sein Leben, das sieben Jahre später Lesra in die Hände fällt, einem schwarzen Teenager, den drei sozial engagierte Kanadier unter ihre Fittiche genommen haben, um ihm eine gute Schulbildung und die Chance auf einen College-Abschluss zu ermöglichen. Lesra ist empört über die Ungerechtigkeit, die Rubin Carter widerfahren ist, und sorgt gemeinsam mit seinen kanadischen Freunden dafür, dass der Prozess neu aufgerollt wird.

Das sagt shitesite:

Hurricane ist kein Film übers Boxen, sondern thematisiert – genau wie das gleichnamige Lied von Bob Dylan aus dem Jahr 1975 – einen Justizskandal: Die Geschichte von Rubin Carter ist exemplarisch für den tief verwurzelten Rassismus in den USA, der 1966 bei der Verhaftung des Boxers ebenso präsent war wie mehr als 30 Jahre später, als Hurricane in die Kinos kam.

Die Rahmenhandlung mit dem kleinen, verschüchterten Lesra, der dann in dem Boxer sein Idol erkennt, wirkt zunächst etwas bemüht, verstärkt dann aber genau diese Aussage. Hurricane ist nicht nur eine Geschichte über Stolz, Freiheit und Emanzipation, sondern gleich auf mehreren Ebenen auch eine der Inspiration.

Als Lesra das Buch von Carter liest, erkennt er eine Wut und ein Misstrauen, die auch in ihm schlummern. Und ihm wird klar, dass er nicht bloß ein unbedeutender Junge ist, der viel zu spät Lesen und Schreiben lernt, sondern dass er Teil einer Gemeinschaft und eines Konflikts ist, der aus ihm und dem inhaftierten Boxer Schicksalsgenossen macht.

Für Carter wird das Schreiben seiner Autobiografie zum Erweckungserlebnis, er entdeckt im Gefängnis die Welten der Literatur und Philosophie und macht seinen Geist zur Waffe, um die Zeit hinter Gittern überleben und die Ungerechtigkeit des Urteils ertragen zu können.

All das ist etwas altbacken inszeniert und nimmt sich, auch wenn teilweise dokumentarisches Material etwa von den Protesten gegen die Verurteilung genutzt wird, hinsichtlich der Faktentreue etliche Freiheiten. Ein Erlebnis wird Hurricane aber schon allein wegen der Leistung von Denzel Washington in der Titelrolle: Er kämpft gegen seine Gegner im Ring, aber er kämpft auch gegen Unterdrückung und seine eigenen Dämonen. Er wird dann von der Kampfmaschine zum Mönch, er stählt seinen Geist genauso, wie er einst seinen Körper gestählt hat – und er gibt nicht auf, egal wie viele Wirkungstreffer er durch die übermächtigen Prinzipien der Diskriminierung einstecken muss.

Bestes Zitat:

„Das Beste, das ich über meine Kindheit sagen kann, ist dass ich sie überlebt habe.“

Der Trailer zum Film:

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