Draufgeschaut: I Love You Phillip Morris


Phillip (Ewan McGregor, links) und Steven (Jim Carrey) verlieben sich im Knast.

Phillip (Ewan McGregor, links) und Steven (Jim Carrey) verlieben sich im Knast.

Film I Love You Phillip Morris
Produktionsland USA
Jahr 2009
Spielzeit 102 Minuten
Regie Glenn Ficarra, John Requa
Hauptdarsteller Jim Carrey, Ewan McGregor, Leslie Mann
Bewertung

Worum geht’s?

Steven Russell führt gleich zwei Doppelleben. Zum einen ist er Familienvater mit einer konservativen Ehefrau, aber schwul. Zum anderen ist er ein Betrüger, der Geld unterschlägt, Dokumente fälscht oder andere Identitäten annimmt. Als er von einem heimlichen Date mit einem Liebhaber kommt und einen Autounfall baut, hat er genug von der Verstellung: Er outet sich als schwul und trennt sich von seiner Frau. Im Gefängnis lernt er Phillip Morris kennen, einen anderen Häftling. Die beiden verlieben sich unsterblich und verbringen so etwas wie ihre Flitterwochen in einer gemeinsamen Zelle. Fortan versucht Steven alles, um die traute Zweisamkeit in Freiheit fortsetzen zu können. Seine Fähigkeiten als Trickbetrüger sind dabei sehr hilfreich – auch wenn er dadurch permanent wieder mit einem Bein im Gefängnis steht.

Das sagt shitesite:

Jim Carrey und Ewan McGregor gehören zu meinen absoluten Lieblingsschauspielern. Zu sehen, wie sie sich hier anhimmeln wie Teenager, wie sie knutschen und kopulieren, ist ein ziemlich irres Erlebnis. Diese Konstellation ist aber weit davon entfernt, die größte Stärke von I Love You Phillip Morris zu sein. Der Film bietet dazu noch eine phänomenale Balance aus urkomischen Szenen und großem Melodrama. Und nicht zuletzt schafft er einen wunderbar spielerischen Umgang mit Lebenswelten, die man auf der Kinoleinwand sonst fast nur als Klischee erlebt.

Das Gefängnis gehört dazu, das auch in I Love You Phillip Morris ein Ort von Gefahr und Gewalt ist, für die beiden Turteltauben aber ein Refugium wird. Die Businesswelt gehört dazu, in der hier nicht Leistung und Beharrlichkeit zählen, sondern Dreistigkeit und Selbstdarstellung. Und natürlich in erster Linie die Homosexualität. Das Besondere an diesem Film ist nicht, dass er eine schwule Liebesgeschichte (basierend auf einer wahren Begebenheit) erzählt. Sondern dass er eine schwule Liebesgeschichte erzählt, als sei sie einfach eine Liebesgeschichte. Die Biestigkeit, die Leidenschaft, die Ausdauer, die Romantik, die in dieser Beziehung steckt, speist sich letztlich einfach nur aus einem besonders großen Gefühl. I Love You Phillip Morris akzeptiert das und schafft es zu dem, die damit verbundene Gefahr von Schwülstigkeit mit feiner Ironie zu umgehen.

Bestes Zitat:

„Du hast mich vom allerersten Moment an nur belogen. Unsere ganze Beziehung, nichts als Lügen. (…) Du hast dich nur lustig über mich gemacht. Und jetzt erwartest du von mir, dass ich dich liebe? Wie könnte ich? Wie könnte ich, ich weiß ja gar nicht, wer du bist! Und weißt du, was traurig ist? Ich glaube, selbst du weißt nicht, wer du bist. Und wie soll man etwas lieben, das im Grunde nicht existiert?“

Der Trailer zum Film:

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