Draufgeschaut: Last Vegas


Film Last Vegas

Last Vegas Kritik Rezension

Archie (Morgan Freeman), Billy (Michael Douglas), Paddy (Robert De Niro) und Sam (Kevin Kline) wollen es noch einmal krachen lassen.

Produktionsland USA
Jahr 2013
Spielzeit 105 Minuten
Regie Jon Turteltaub
Hauptdarsteller Michael Douglas, Robert De Niro, Morgan Freeman, Kevin Kline, Mary Steenburgen, 50 Cent, Jerry Ferrara
Bewertung

Worum geht’s?

Billy will heiraten und seine besten Freunde Paddy, Archie und Sam planen deshalb einen spontanen Jungesellenabschied in Las Vegas. So weit, so gewöhnlich. Besonders ist allerdings das Alter der Beteiligten: Der Beginn ihrer Freundschaft liegt schon 58 Jahre zurück, mittlerweile sind sie längst Rentner. Das soll einer guten Party allerdings nicht im Wege stehen. Sam hat von seiner Frau die Erlaubnis zum Seitensprung (samt Viagra und Kondom) bekommen, Archie will beim Glücksspiel sein Rentenkonto aufbessern, Paddy weiß auch, dass es ihm gut tun wird, einmal nicht als einsamer Witwer in seiner Wohnung zu hocken. Vorher müssen sich allerdings noch Billy und Paddy versöhnen, die einst in dasselbe Mädchen verliebt waren – ein Schicksal, das ihnen nun erneut droht.

Das sagt shitesite:

Wie ein Idyll wirkt die erste Szene von Last Vegas: Die vier kleinen Jungs, die ihrer Clique den Namen „Flatbush Four“ gegeben haben, schlagen da einen Halbstarken in die Flucht, der sie drangsaliert. Es ist der Initiationsmoment für diese Freundschaft, zugleich ein Sinnbild für Unschuld und Unbeschwertheit.

Sehr gekonnt stellt der Film dann die Situation 58 Jahre später gegenüber: Das Leben ist geprägt von Gebrechen, Einsamkeit und dem Leugnen dieser beiden Faktoren. Auch danach gönnt sich der Film ein paar Momente, in denen mit einigem Ernst auf die Probleme des Alterns (und vor allem auf die Weigerung der Jungen, das Altsein nicht als Defizit zu betrachten) geblickt wird.

Vor allem aber brilliert Last Vegas mit wunderbaren Dialogen, die ebenso derb wie schlagfertig sind und dem ausgezeichneten Ensemble (fünf Oscar-Preisträger!) sichtlich Spaß machen. Den Charme von kleinen Bosheiten greift der Film ebenso auf wie die angenehme Lage, dass man auch bei großen Verletzungen und sehr alten Wunden keine große Rücksicht mehr auf Egos und Höflichkeit nehmen muss, wenn man ein gesamtes Menschenalter miteinander verbracht hat. Die Komödie zeigt zudem auf sehr amüsante Weise: Je länger man sich kennt, desto einfacher findet man ein Thema, über das man sich in die Haare kriegen kann.

Leider kippt dieser Charakter dann etwa zur Hälfte. Danach entwickelt sich Last Vegas zu einer sehr plumpen Komödie im Stile von Hangover. Statt Witz, Seitenhieben und Selbstironie gibt es da fast nur noch Klamauk, Konsum-Überhöhung und Frauenverachtung. Das wäre ärgerlich genug, ist nach einem so verheißungsvollen Beginn aber umso schmerzhafter.

Bestes Zitat:

„Keiner bescheißt uns, außer wir uns selbst.“

Der Trailer zum Film.

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