Draufgeschaut: Leergut


Josef (Zdeněk Svěrák, links) wagt in der Leergutannahme einen Neuanfang.

Josef (Zdeněk Svěrák, links) wagt in der Leergutannahme einen Neuanfang.

Film Leergut
Produktionsland Tschechien
Jahr 2007
Spielzeit 103 Minuten
Regie Jan Svěrák
Hauptdarsteller Zdeněk Svěrák, Daniela Kolářová, Tatiana Vilhelmová, Jiří Macháček
Bewertung ***1/2

Worum geht’s?

„Ich bin hier einfach nicht mehr glücklich“, sagt Beppo, als er seinen Job als Lehrer an einer Schule in Prag hinschmeißt, entnervt von den immer frecheren Schülern. Auf der Suche nach einem neuen Job muss er aber anerkennen: Auch außerhalb der Schule ist die Welt immer hektischer und oberflächlicher geworden. Als Beppo schließlich in der Leergutannahme eines Supermarkts anfängt, hat er nicht nur eine neue Stelle gefunden, sondern einen neuen Lebensmittelpunkt.

Das sagt shitesite:

Neben dem grandiosen Spiel von Hauptdarsteller Zdeněk Svěrák, der sich hier quasi als tschechische Version von Sean Connery entpuppt, lebt Leergut vor allem von seiner schonungslosen Ehrlichkeit. Wenn Beppo einfach nicht einsehen will, dass er als 65-Jähriger längst ein alter Mann ist, wenn er sich schonungslos desillusionierte Dialoge mit seiner Frau liefert oder selbst den schlimmsten Kunden im Supermarkt einfach nur mit Neugier und Menschlichkeit begegnet, dann hat das einen Humor, der davon lebt, wie unprätentiös und zugleich allgegenwärtig er ist, weil er mitten aus dem Leben kommt.

So entwickelt Leergut rund um die Themen Eifersucht, Fantasie und Gewohnheit einen sehr flotten Witz und noch größeren Charme. Das Beste an diesem Film sind aber die erotischen Träume von Beppo, die grandios überzeichnet mit allen kitschigen Klischees von der Geilheit und Gebrechlichkeit alter Männer spielen. Wenn Beppo sich Lesbenspiele ausmalt oder in seiner Fantasie seiner ehemaligen Chefin als Domina begegnet, dann ist das feinster Dadaismus. Und es zeigt: Bloß weil diese Träume lächerlich sind, verlieren sie noch lange nicht ihre Anziehungskraft.

Bestes Zitat:

“Man kann mit einem Hintern nicht auf zwei Stühlen sitzen.”

Der Trailer zum Film:

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