Draufgeschaut: Let Me In


Film Let Me In

Let Me In Film Kritik Rezension Horror Vampir

Abby (Chloë Grace Moretz) ist neu in der Nachbarschaft von Own (Kodi Smit-McPhee).

Produktionsland USA, Großbritannien
Jahr 2010
Spielzeit 116 Minuten
Regie Matt Reeves
Hauptdarsteller Kodi Smit-McPhee, Chloë Grace Moretz, Richard Jenkins, Elias Koteas
Bewertung

Worum geht’s?

Der 12-jährige Owen hat es nicht leicht: Seine Eltern leben in Scheidung, seine Mutter trinkt, der Vater ist weit weg. In dem kleinen Städtchen in New Mexico, in dem sie leben, ist nicht allzu viel los – schon gar nicht in einem bitterkalten Winter wie diesem im Jahr 1983. Und in der Schule wird der schüchterne Einzelgänger von älteren Jungs drangsaliert. Als er auf dem Spielplatz vor dem Haus ein Mädchen kennenlernt, das neu in die Gegend gezogen ist, kommt etwas mehr Farbe in seine Welt: Abby kündigt ihm zwar sogleich an, sie könne nicht mit ihm befreundet sein, dann finden sie aber doch Vertrauen zueinander. Owen erfährt, dass Abby ohne ihre Mutter in die neue Stadt gekommen ist, nicht zur Schule geht und außerordentliche Fähigkeiten hat. Als ihr Vater von der Polizei gesucht wird, erscheint Abby noch mysteriöser, aber auch zunehmend gefährlich. Owen ahnt, dass er in diesem Mädchen eine Mitstreiterin gefunden hat, sich durch die Nähe zu ihr aber auch selbst in Gefahr begibt.

Das sagt shitesite:

Als „besten amerikanischen Horrorfilm der vergangenen 20 Jahre“ hat kein geringerer als Stephen King diesen Film gelobt, und dieser Zeitraum umfasst immerhin mehr als 30 Verfilmungen seiner eigenen Werke. Let Me In, ein Remake von So finster die Nacht, das sich sehr eng an diese zwei Jahre zuvor erschienene schwedischen Vorlage hält, hat auch mehrere Preise als bester Horrorfilm des Jahres 2010 erhalten. In der Tat bietet der Streifen alles, was dieses Genre ausmacht: eine eigentümliche Atmosphäre, eine sehr stimmige Ästhetik, etliche Schockmomente und reichlich Gänsehaut, integriert in eine Rahmenhandlung, die ihrerseits eine fast atemlose Spannung bietet und mit zwei irritierenden Gräueltatem die Lösung für das Geheimnis andeutet, das in diesem Film steckt.

Let Me In ist aber so herausragend, weil es viel mehr ist als ein Horrorfilm. Es geht um die Trostlosigkeit der Provinz, die dem Beinahe-Teenager Owen nichts zu bieten hat als Kälte, überbordenden Patriotismus und verlogene Frömmigkeit, was auch deshalb so deutlich wird, weil Regisseur Matt Reeves seinem Werk lange Passagen des Schweigens erlaubt. Es geht um Einsamkeit, Mobbing und die Schmerzen des Erwachsenwerdens – und sehr geschickt spielt der Film dabei mit der Tatsache, dass Kinder ebenso niedlich wie unbarmherzig sein können. Die beiden Hauptdarsteller, zum Zeitpunkt der Filmpremiere erst 13 und 14 Jahre alt, bringen diesen Dualismus mit beeindruckenden Leistungen und enormer Intensität auf die Leinwand.

Owen und Abby sind letztlich zwei zerbrechliche, isolierte Wesen, die sich erkennen. Die Handlung zeigt sehr subtil ihre Verwandtschaft und die gegenseitige Anziehungskraft zwischen ihnen, die sich nicht so sehr durch pubertäres Begehren, sondern in erster Linie aus ihrer tiefen Einsamkeit speist. Ebenso deutlich wird auch die Tatsache, dass sie niemals vereint sein können: Abby ist gefährlich und zugleich hilflos gegenüber ihrem Trieb, Owen ist unschuldig und – nachdem sie ihn in ihr Geheimnis eingeweiht hat – zugleich ihr Komplize. Let Me In zeigt damit im Wortsinne, wie grausam die erste Liebe sein kann.

Bestes Zitat:

„I must be gone and live or stay and die.“

Der Trailer zum Film.

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