Draufgeschaut: Little Thirteen


Film Little Thirteen

Szene aus dem Film Little Thirteen mit Muriel Wimmer

Sarah (Muriel Wimmer) traut ihren Gefühlen nicht.

Produktionsland Deutschland
Jahr 2012
Spielzeit 91 Minuten
Regie Christian Klandt
Hauptdarsteller Muriel Wimmer, Antonia Putiloff, Joseph Konrad Bundschuh,
Philipp Kubitza, Gerdy Zint
Bewertung

Worum geht’s?

Lukas ist 18 und verdient sich etwas Taschengeld, indem er Teenager-Mädchen verführt und einen Freund beauftragt, ihn heimlich beim Sex mit ihnen zu filmen. Die Filme verkauft er dann an einen zwielichtigen Typ, der auf Amateurpornos mit möglichst jungen Darstellern spezialisiert ist. Als Lukas die 13-jährige Sarah kennen lernt, hat er aber plötzlich Skrupel: Er ist verliebt in sie. Auch Sarah fühlt sich zu ihm hingezogen, weiß aber ebenfalls nicht, was sie von diesen Gefühlen halten soll. Denn Sex war für sie bisher immer nur ein Zeitvertreib, kein Liebesbeweis.

Das sagt shitesite:

Der Abschlussfilm von Regiestudent Christian Klandt will vor allem eins sein: authentisch. Es gibt reichlich freizügige Dialoge, viele Nacktszenen, keinerlei Romantik. Das soll vielleicht an Larry Clark erinnern in seiner Entschlossenheit, die wenig glamourösen Seiten des Lebens zu zeigen, und zwar ungeschönt. Oftmals wirkt Little Thirteen aus genau diesem Grund aber auch bemüht und ein bisschen so, als würde der Film seine eigenen Figuren bevormunden.

Das liegt vor allem an der Vielzahl der Klischees, die in Little Thirteen aufeinandertreffen: Plattenbauten führen zu ungewollten Schwangerschaften führen zu alleinerziehenden Müttern – so scheint die simple Formel zu lauten. Die Figuren sind dabei durchaus gut gezeichnet, so etwas wie Identifikation lässt dieser Debütfilm trotzdem nicht zu. Denn alle sind so abgeklärt, hart und desillusioniert, dass Emotionalität gar nicht aufkommen kann, nicht in den Beziehungen auf der Leinwand und nicht in der Beziehung zwischen Zuschauer und Protagonisten.

Das mag ein realistisches Porträt der Generation Porno sein, als Sozialdrama funktioniert es trotzdem nicht, weil Little Thirteen viel lieber schockiert als zu belehren, eher Fragen aufwirft als Antworten anzubieten. Am meisten Eindruck machen tatsächlich die verstörenden Sexszenen: Geschlechtsverkehr ist für alle Figuren in diesem Film das einzige kostenlose Vergnügen im Leben – egal, ob sie 13 oder 31 sind, auch dann noch, wenn dieser Verkehr total lieblos ist, ungeschützt stattfindet oder die eigene Mutter dabei mitmacht. Little Thirteen zeigt damit, wie eine Welt funktioniert, in der der Körper der einzig verbliebene Weg ist, um Anerkennung zu bekommen.

Bestes Zitat:

„Alle sagen: Hier ist’s scheiße. Jeder ist für sich. Aber ich will nicht weg von hier. Ficken, Vögeln, Bumsen – das mache ich so lange, bis einer sagt: Ich will nicht weg von dir.“

Der Trailer zum Film.

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