Draufgeschaut: Monuments Men


Film Monuments Men

Filmkritik Monuments Men Rezension

Die „Monuments Men“ wollen bedeutende Kunstwerke retten.

Produktionsland USA, Deutschland
Jahr 2014
Spielzeit 118 Minuten
Regie George Clooney
Hauptdarsteller George Clooney, Matt Damon, Bill Murray, John Goodman, Jean Dujardin, Bob Balaban, Hugh Bonneville, Cate Blanchett, Dimitri Leonidas, Justus von Dohnányi
Bewertung

Worum geht’s?

Die Alliierten sind sicher: Nazi-Deutschland ist besiegt. Hitlers Truppen ziehen sich aus den eroberten Gebieten zurück. Für den amerikanischen Kunsthistoriker Frank Stokes wird der Zweite Weltkrieg erst in diesem Moment richtig heikel. Denn die Deutschen wollen aus den besetzten Gebieten reichlich Kunstschätze mit in die Heimat nehmen oder bedeutende Werke zerstören, die nicht zu ihrem Weltbild passen. Unter seiner Führung entsteht deshalb eine Spezialeinheit des US-Militärs. Das Ziel: Raubkunst aufspüren und den eigentlichen Besitzern zurückgeben sowie wichtige Gemälde und Skulpturen vor dem Zugriff der Nazis schützen, um sie für die Nachwelt zu bewahren. Stokes stellt eine kleine Truppe ausgewiesener Fachleute zusammen, die zwar sehr viel von Kunst verstehen, aber nichts vom Krieg. Als sie in Europa ankommen, sind auch die regulären Truppen der Aliierten nach harten und verlustreichen Kämpfen wenig begeistert, jetzt auch noch für ein paar uralte Bilder ihr Leben zu riskieren. Also müssen die Monuments Men, wie sich die Einheit selbst nennt, unkonventionelle Wege finden, um den Nazis (und mit ihnen den Rembrandts, Renoirs oder Vermeers) auf den Fersen zu bleiben.

Das sagt shitesite:

Wenn man bedenkt, dass Monuments Men auf wahren Begebenheiten beruht, dann ist es erstaunlich, wie wenig glaubwürdig die fünfte Regiearbeit von George Clooney ist. Die Figuren sind flach, Spannung oder Empathie kommen höchstens in winzigen Dosen auf und die Handlung steckt voller kruder Zufälle wie einem hilfreichen Zahnarztbesuch, der Begegnung mit einer Sekretärin mit Insiderwissen oder der Suche nach einer Lampe, die mit dem Fund eines Goldschatzes in Merkers endet. Viel Pathos, wenig Plausibilität – das ist das Prinzip von Monuments Men.

Die Idee, die Bedeutung von Kunst für die eigene Identität und das eigene Wertesystem mit dem Einsatz von Menschenleben zu betonen, ist lobenswert, findet hier bis auf blasierte Ansprachen allerdings kaum eine formale Entsprechung. Noch kritikwürdiger ist allerdings, wie harmlos der Zweite Weltkrieg in diesem Film herüberkommt. Die Ausgangssituation erinnert zwar an Der Soldat James Ryan: ein Team, ein Spezialauftrag, der inmitten der Brutalität des Kriegs zunächst ziemlich eitel und absurd wirkt, dann die Erkenntnis, wie wichtig Symbole für die eigene Moral sind. Aber wo es in Steven Spielbergs Film reichlich Schockmomente gab, wirkt Monuments Men manchmal wie ein Buddy-Movie (wobei leider viele Möglichkeiten, die sich aus der sehr prominenten Besetzung ergeben hätten, verschenkt werden), manchmal wie ein buntes Abenteuer à la Indiana Jones.

Die Nazis sind auch hier Barbaren, aber es gibt scheinbar keine Opfer. Wenn einer der Monuments Men ums Leben kommt, dann liegt es nicht an der willkürlichen Brutalität der Deutschen, sondern am Heldenmut der Teammitglieder. Die seltsame Botschaft, die dabei mitschwingt: Wenn man am Ende gewinnt, ist Krieg gar nicht so schlimm.

Bestes Zitat:

„Diese Mission ist nicht auf Erfolg ausgelegt. Wären sie ehrlich, hätten sie uns das gesagt. Sie hätten gesagt: Bei so vielen Toten, wer schert sich da um Kunst? Sie irren sich. Denn genau dafür kämpfen wir. Für unsere Kultur und für unsere Art zu leben. Man kann Menschen einer ganzen Generation auslöschen, man kann ihre Häuser niederbrennen, aber irgendwie kommen sie wieder zurück. Aber vernichtet man ihre Errungenschaften, ihre Geschichte, ist es, als hätten sie nie existiert.“

Der Trailer zum Film.

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