Draufgeschaut: My Summer Of Love


Mona (Natalie Press) und Tamsin (Emily Blunt) schaffen sich ihre eigene Welt.

Mona (Natalie Press) und Tamsin (Emily Blunt) schaffen sich ihre eigene Welt.

Film My Summer Of Love
Produktionsland Großbritannien
Jahr 2004
Spielzeit 88 Minuten
Regie Pawel Pawlikowski
Hauptdarsteller Nathalie Press, Emily Blunt, Paddy Considine
Bewertung ****

Worum geht’s?

Mona lebt in einem ehemaligen Pub in einer englischen Kleinstadt – gemeinsam mit ihrem Bruder, der ein christlicher Eiferer ist, seit er aus dem Gefängnis entlassen wurde. Sie träumt von einem besseren Leben anderswo. Als sie die gleichaltrige Tamsin kennen lernt, die ein teures Internat besucht, aber die Ferien bei ihren Eltern in Monas Nachbarschaft verbringt, hat sie eine Schwester im Geiste gefunden. Die beiden Mädchen fliehen zwar nicht aus der Kleinstadt – aber in ihre eigene Welt.

Das sagt shitesite:

Nathalie Press und Emily Blunt, beide in ihrer ersten großen Hauptrolle, spielen beeindruckend gut diese jungen Frauen, die von Männern immer bloß enttäuscht wurden – egal, ob das den Bruder meint, den Vater oder den Liebhaber. Das Coming-Of-Age-Drama mit einer guten Dosis Erotik und einem feinen Soundtrack von Goldfrapp hat zudem viele Anspielungen auf die Welt der Märchen: Am Beginn malt Mona ein Porträt von Tamsin, das wie eine Königin aussieht. Bei der ersten Begegnung der beiden Mädchen sitzt Tamsin auf einem Schimmel, dann schwören sie sich ewige Treue, streifen gemeinsam durch die Wälder oder verlustieren sich in einem Haus, das beinahe wie ein verwunschenes Schloss aussieht. Die in diesem Aspekt verspielte Ästhetik von My Summer Of Love ist das Spiegelbild der Thematik: Rollen und Identitäten verändern sich in diesem Film so faszinierend wie die Bilder in einem Spiegelkabinett. My Summer Of Love lebt von der Moral, dass es unendlich schwierig ist, voll und ganz zu glauben – und unfassbar leicht, betrogen zu werden.

Bestes Zitat:

“Und was willst Du aus Deinem Leben machen? – Also ich werde mal ein Anwalt. Aber eigentlich kriege ich einen Job in einem Schlachthaus. Und da schufte ich richtig hart. Kriege einen Mann, so einen richtigen Mistkerl. Und dann kriege ich Kinder, am laufenden Band. Und die kommen alle mit einem Dachschaden auf die Welt. Und dann, dann warte ich auf die Menopause. Oder gleich auf den Krebs.”

Der Trailer zum Film:

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