Draufgeschaut: NVA 1


Heidler (Kim Frank, links) und Krüger (Oliver Bröcker) freunden sich bei der NVA an.

Heidler (Kim Frank, links) und Krüger (Oliver Bröcker) freunden sich bei der NVA an.

Film NVA
Produktionsland Deutschland
Jahr 2005
Spielzeit 94 Minuten
Regie Leander Haußmann
Hauptdarsteller Kim Frank, Oliver Bröcker, Detlev Buck, Jasmin Schwiers, Katharina Thalbach
Bewertung *1/2

Worum geht’s?

Henrik Heidler muss seinen Wehrdienst bei der Nationalen Volksarmee der DDR antreten. Das bedeutet nicht nur, dass der 18-Jährige seine Freundin Eva zurücklassen muss. Schnell gilt es auch, sich im harten Kasernenleben zurechtzufinden, mit schrulligen Vorgesetzten, knallharten Kameraden – und bald auch mit einer neuen Liebe.

Das sagt shitesite:

Man muss fürchten, dass NVA nur gedreht wurde, damit Regisseur Leander Haußmann seine eigene Militärzeit verarbeiten, und damit Detlev Buck als Oberst Kalt noch ein bisschen weiter an seinem Ruf als eine der schrägsten Figuren der deutschen Filmszene arbeiten kann. Denn außer dieser Rolle ist nichts an NVA gut: Es gibt einen mehr als dürftigen Plot (der übrigens Ähnlichkeiten zu einem klitzkleinen Strang aus Uwe Tellkamps Der Turm hat). Es gibt leblose Dialoge. Es gibt ein Bild der NVA (und der DDR), das wohl mit den echten Verhältnissen nur sehr wenig zu tun hat. Es gibt die üblichen Kasernen-Klischees, vom akkuraten Haarschnitt über die durchweg ebenso herrischen wie inkompetenten Vorgesetzten bis hin zum Versuch der Rekruten, möglichst viele Synonyme für das Wort „wichsen“ zu finden. Dazu kommt ständig die Mädchenstimme von Kim Frank aus dem Off, die mit etwas ähnlichem wie überhöhter Teenager-Melodramatik dem Film womöglich einen Schleier von Ironie verleihen soll. Aber das funktioniert nicht. Auch das nicht.

Bestes Zitat:

“Pazifismus ist keine Lösung. Und deshalb müssen unsere Weihnachtsfeiern bei den Waffenkammern stattfinden.”

Der Trailer zum Film:


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Ein Gedanke zu “Draufgeschaut: NVA

  • Oberländer Horst

    der Film ist für Leute die nie gedient haben um zu sehen wie es teils war -ich habe von 67 bis 69 gedient-bin zu meinen 18 Geburtstag eingezogen wurden-halbes Jahr Unteroffiziersschule ( nicht weil ich vom Staat überzeugt war, sondern um etwas Ruhe vor der Stasi zu haben )-Höhepunkt war als Angehöriger des MSB11 der Einsatz im Prager Frühling an der Grenze zu Tschechien und der damit verbundene dreimonatige Aufenthalt als Urmensch-schlafen in voller Monteur-Handgranaten in den Seitentaschen-Stahlhelm und Koppel nur offen um in kürzester zeit einsatzbereit zu sein-Stiefel ständig an-gewaschen haben wir uns wie in Kindertagen in aufgestauten Bach- dann wieder ab in die stinkenden Klamotten- es gab erst nach langer zeit Feldpost und frische Unterwäsche-nur Donnerbalken -keine Zigaretten,jeden Krümel haben wir wie die Russen aufgehoben und wieder verwendet-kein Kiosk o.ä. um was zu kaufen-totaler Schießbefehl nach einmaligen Anruf-uns hat man immer eingebläut das der Bonner Ultra vor der Tür steht-wenn wir zu damaliger zeit gewusst hätten das dort fast niemand da war, sonder im Ausgang/Urlaub/zu Hause wären wir alle nur über die Kasernenmauer und ab in die Kneipe. das wäre mal ein Film wert für diesen Regisseur damit er sein Trauma verarbeiten kann.
    Wenn da mancher Schreiberling meint das unsere Uniform und Ausrüstung jeden US Elitesoldaten geschauert hätte, hat er gar recht, aber die NVA hätte zu beschriebener zeit meiner Meinung nach etliche Armeen überrannt.
    Die Ausbildung war hart und zum Kotzen, besonders die auf der sogenannten Kapo Schule . Aber ich persönlich konnte einiges ins Leben
    mitnehmen.
    Leider kann man zu den Aufmarsch und täglichen Frust in beschrieben Vierteljahr so gut wie nichts lesen.
    Wie gesagt , sollte der Regisseur mal wieder einen Film drehen wollen, dann über das Soldatenleben zu dieser Zeit.
    Er würde bestimmt 100derte Leute die dabei waren finden. Für einige Menschen wäre das auch Aufklärung.
    Danke für’s Lesen