Draufgeschaut: P.S. Ich liebe dich


Holly (Hillary Swank) erhält Briefe von ihrem toten Mann (Gerald Butler).

Holly (Hillary Swank) erhält Briefe von ihrem toten Mann (Gerald Butler).

Film P.S. Ich liebe dich
Produktionsland USA
Jahr 2007
Spielzeit 98 Minuten
Regie Richard LaGravenese
Hauptdarsteller Hilary Swank, Gerard Butler, Lisa Kudrow, Gina Gershon, James Marsters, Kathy Bates, Nellie McKay, Harry Connick junior, Jeffrey Dean Morgan
Bewertung

Worum geht’s?

Seit zehn Jahren sind Holly und Gerry ein Paar. Sie lieben sich, sie sind verheiratet und sie hoffen, dass eine kleine Wohnung in Manhattan und halbwegs brauchbare Jobs als Chauffeur beziehungsweise Immobilienmaklerin für sie noch nicht das Ende der Fahnenstange bedeuten. Dann stirbt Gerry an einem Hirntumor und Holly verkriecht sich vor lauter Kummer. Bis sie an ihrem 30. Geburtstag eine Nachricht von Gerry erhält: Er hat ihr vor seinem Tod Briefe geschrieben, die sie erreichen sollten, wenn er nicht mehr lebt. Holly glaubt erst an einen makabren Scherz, doch dann helfen ihr die Briefe, über den Verlust hinwegzukommen.

Das sagt shitesite:

Man könnte fast meinen, P.S. Ich liebe dich sei eine romantische Komödie, die explizit für Männer gemacht ist: Es wird reichlich gesoffen in diesem Film, ein Rendezvous darf gerne im Sportstadion stattfinden und Frauen gibt es praktisch ausschließlich in der hilflosen, anhänglichen, rehäugigen Version. Dazu ist die erste Szene auch noch ein ausgiebiger Ehestreit, der nichts anderes deutlich macht als die Tatsache, dass man es Frauen einfach nicht recht machen kann.

Dabei beruht der Streifen auf dem Roman der irischen Schriftstellerin Cecilia Ahern. Immerhin: Richard LaGravenese (Regie und Drehbuch) und Steven Rogers (Drehbuch) haben am Plot ganz schön herumgeschraubt. Womöglich liegt es wirklich an ihren Änderungen, dass alle Frauenfiguren – mit Holly vorneweg – hier mit dem Kopf in den Wolken durchs Leben marschieren und sich nichts sehnlicher wünschen als einen Mann, der ihrem Leben Erfüllung oder wenigstens Orientierung bereitet. Umgekehrt ist Gerry die Speerspitze des hier propagierten Männerbildes: pragmatisch und bodenständig.

All das schadet diesem Film freilich keineswegs, denn P.S. Ich liebe dich ist ultimativ sentimental, und dabei sind derlei Stereotype natürlich hilfreich. Es gibt viele Schauplätze und einige Nebenstränge wie das Verhältnis zu den Eltern, die Suche nach dem richtigen Job oder die Loyalität der Freunde, doch niemals verlieren die Macher den Kern ihrer Botschaft aus den Augen: Liebe ist stärker als der Tod.

Die Nähe zum Kitsch wird in P.S. Ich liebe dich durch eine gute Portion Hemdsärmeligkeit abgewehrt, wozu auch ein bisschen Mut zu Peinlichkeit und Hässlichkeit bei den Hauptdarstellern beitragen. Die Strip-Szene von Gerald Butler gehört ebenso dazu wie die derangierte Holly (famos: Hillary Swank), die sich wochenlang ohne jegliches Augenmerk für Körperhygiene in ihrer Wohnung vergräbt, oder das wundervolle Bild von Holly und ihren beiden besten Freundinnen (Lisa Kudrow und Gina Gershon) in Schwimmwesten in einem Ruderboot.

So wird P.S. Ich liebe dich höchst unterhaltsam, in etlichen Szenen zum Heulen schön und romantisch wie Bolle – und vor allem ein Denkmal für die Selbstlosigkeit wahrer Liebe.

Bestes Zitat:

„Wenn wir alle allein sind, ist das doch auch etwas Gemeinsames.“

Der Trailer zum Film:

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