Draufgeschaut: Planet der Affen


Film Planet der Affen

Planet der Affen 2001 Kritik Rezension

Leo Davidson (Mark Wahlberg) führt den Widerstand der Menschen an.

Produktionsland USA
Jahr 2001
Spielzeit 120 Minuten
Regie Tim Burton
Hauptdarsteller Mark Wahlberg, Tim Roth, Helena Bonham Carter, Michael Clarke Duncan, Paul Giamatti, Estella Warren, Cary-Hiroyuki Tagawa, David Warner, Kris Kristofferson
Bewertung

Worum geht’s?

Auf einer Raumstation führen Captain Leo Davidson und seine Kollegen anspruchsvolle Tierversuche durch: Sie trainieren gentechnisch veränderte Affen, damit diese mehr und mehr Aufgaben von Menschen übernehmen können. Sogar als Raumfahrer werden die Primaten eingesetzt. Als eines der Versuchstiere, der Schimpanse Pericles, auf einer Mission verschwindet, macht sich Davidson auf die Suche nach ihm. Er gerät zunächst in einen elektromagnetischen Sturm und muss dann auf einem fremden Planeten notlanden. Bald wird ihm klar: Auf diesem Planeten regieren die Affen, halten sich Menschen als Hausdiener oder bekämpfen sie als minderwertige Wildtiere. Davidson wird ebenfalls gefangen und soll als Sklave verkauft werden, kann sich aber befreien und plant dann mit einer Gruppe von Menschen, die sich gegen ihre Unterdrückung durch die Affen auflehnen will, den Weg zurück zu seiner Raumstation. Dabei lernt er nicht nur die Brutalität der Affen kennen, die hier das Sagen haben, sondern entdeckt auch, dass die Geschichte dieser Gesellschaft mit seiner eigenen Arbeit und dem entflohenen Pericles zusammen hängt.

Das sagt shitesite:

Tim Burtons Neuverfilmung (der Regisseur selbst spricht lieber von einer „Neuinterpretation“) des Stoffes, der auf dem Roman von Pierre Boulle beruht, zeigt ebenso wie der Leinwandklassiker aus dem Jahr 1968, wie viel Hybris in der Idee steckt, sich für die Krone der Schöpfung zu halten und daraus das Recht abzuleiten, andere Arten bloß nach ihrem Nutzen für das eigene Dasein zu bewerten. Es gibt tolle Masken, eine insgesamt sehr gelungene Ästhetik und spektakuläre Action. Leider ist Planet der Affen aber weniger klug, weniger komplex und weniger kritisch als seine Vorlage.

Diese Affen stehen für Brutalität, Arroganz, Ignoranz, gelegentlich bricht das Animalische in ihnen hervor, sie halten sich für kultiviert, werden aber weiterhin von ihren Instinkten gesteuert – sie sollen damit die schlechten Seiten der Menschheit verkörpern. Aber statt die Menschen deshalb zu ermahnen, wie es die Vorlage tat, werden hier plumpe Antworten geliefert, wie eine solche Herrschaft überwunden werden kann: Davidson wird gezeichnet als mutiger Held, der sich als charismatische Führerfigur präsentiert. Den Intrigen und der Dekadenz in der Kaste der herrschenden Affen stellt er Zusammenhalt und einen religiös unterfüttertes Erlösungsversprechen gegenüber. Auf die überlegene Muskelkraft der Affen reagiert er zwar mit etwas Erfindergeist, in erster Linie aber ebenfalls mit Brutalität – und der vermeintlich segensreichen Ausstattung mit Schusswaffen.

Statt auf die Gesellschaft und das System zu blicken, wird personifiziert. Statt die Mechanismen von Autorität und Rassismus infrage zu stellen, ergeht sich dieser Planet der Affen bloß in einem Special-Effects-Feuerwerk inklusive Blutrausch am Ende. Aus einer aufrüttelnden, mutigen und verblüffenden Parabel hat Tim Burton ein, nicht nur für seine Verhältnisse, enttäuschend konventionelles Actionabenteuer gemacht.

Bestes Zitat:

„Es ist schrecklich, wie wir die Menschen behandeln. Es beschämt uns genauso wie sie.“

Der Trailer zum Film.

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