Draufgeschaut: Preis des Verlangens


Film Preis des Verlangens

Preis der Verlangens Film Kritik Rezension

Schriftsteller Daniel (Daniel Auteuil) beginnt eine Affäre mit Mila (Anna Mouglalis).

Originaltitel Sotto falso nome
Produktionsland Frankreich, Schweiz, Italien
Jahr 2004
Spielzeit 105 Minuten
Regie Roberto Andò
Hauptdarsteller Daniel Auteuil, Greta Scacchi, Anna Mouglalis, Giorgio Lupano, Magdalena Mielcarz, Michael Lonsdale
Bewertung

Worum geht’s?

Seit 20 Jahren ist Serge Novak ein überaus erfolgreicher Schriftsteller, geliebt vom Publikum, gepriesen von der Kritik. Mehr als den Namen des Autors und die Tatsache, dass es sich dabei nicht um seinen echten Namen handelt, weiß aber niemand in der Literaturwelt. Daniel Boltanski, der Mann hinter dem Pseudonym, achtet peinlich genau darauf, sein Geheimnis zu wahren und hat nur seinen engsten Familienkreis eingeweiht. Als er auf dem Weg zur Hochzeit seines Stiefsohns Fabrizio ist, bringt eine Zufallsbegegnung seine Anonymität allerdings ins Wanken: Er trifft eine junge Frau und verbringt die Nacht mit ihr. Tags darauf bei der Trauung erkennt er: Die schöne Unbekannte ist Mila, die Braut seines Stiefsohns. Nach wie vor fühlen sich beide zueinander hingezogen. Ausgerechnet Fabrizio schlägt vor, dass Mila seinem Stiefvater als Übersetzerin bei den Recherchen für sein nächstes Buch hilft, die sich mit Daniels Vergangenheit in Krakau beschäftigt, wo auch Mila herkommt. So wird aus einer leidenschaftlichen Nacht eine noch leidenschaftlichere Affäre – und Daniel ahnt langsam, dass Mila mehr Interesse an seiner literarischen Arbeit hat, als er zunächst gedacht hatte.

Das sagt shitesite:

Ein sehr starkes Ensemble, eine sehr individuelle Ästhetik, stimmungsvolle Musik und nicht zuletzt eine faszinierende Geschichte voller cleverer Wendungen: Preis des Verlangens bringt fast alles mit, was ein gelungener Erotikthriller braucht. Neben dem seltsamen deutschen Titel stört allenfalls die Tatsache, dass Regisseur und Drehbuchautor Roberto Andò gelegentlich ein bisschen zu sehr im Handwerk und Unkonventionellen verhaftet bleibt. Ein Beispiel dafür sind Brücken, Fähren, Taxis, die es in der Handlung rund um den Genfer See reichlich gibt – als ein bisschen zu naheliegende Symbole für den Übergang, der vielen der Figuren des Films bevorsteht. Das wirkt zunächst etwas plump, wird aber durch die sehr starken Pointen am Ende des Films zumindest noch halbwegs ausgeglichen.

Die vielen Landschaftsaufnahmen (zunächst aus dem schweizerisch-französisch-italienischen Dreieck, später auch aus Krakau und Umgebung) unterstreichen, wie verloren die Figuren und wie einsam die Entscheidungen sind, die sie zu treffen haben. Eine Besonderheit in Preis des Verlangens ist auch die Inszenierung der zahlreichen Nacktszenen mit Daniel und Mila: Gerade die Wiederholung und der fast identische Ablauf zeigt, dass es darin nicht nur um Begierde geht, um Befriedigung der Lust bei der nächstbesten Gelegenheit. Es sind wirklich diese zwei Menschen, die sich mit fast monströser Kraft voneinander angezogen fühlen.

Rund um diese Beziehung entfaltet sich dann eine sehr intelligente Geschichte rund um Betrug auf sehr vielen Ebenen und in sehr vielen Ausprägungen. Daniel reflektiert als Stimme aus dem Off zudem über eine sehr reizvolle Schnittmenge: Wie das Leben in die Literatur einfließt und wo wir manchmal die Kunst des Erzählens brauchen, um das Leben gestalten zu können.

Bestes Zitat:

„Sie kommt aus meinem Land, sie spricht meine Sprache. Mehr weiß ich nicht von ihr. Aber ich weiß, dass sie in mein Leben getreten ist und es nie wieder verlassen wird.“

Die Schlussszene aus dem Film.

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