Draufgeschaut: Rambo 1


John Rambo (Sylvester Stallone) findet sich nach seiner Rückkehr aus Vietnam nicht mehr zurecht.

John Rambo (Sylvester Stallone) findet sich nach seiner Rückkehr aus Vietnam nicht mehr zurecht.

Film Rambo
Originaltitel First Blood
Produktionsland USA
Jahr 1982
Spielzeit 92 Minuten
Regie Ted Kotcheff
Hauptdarsteller Sylvester Stallone, Richard Crenna, Brian Dennehy
Bewertung ****

Worum geht’s?

Sheriff Will Teasle will in seiner Stadt keine Störenfriede. Deshalb verhaftet er John Rambo, den er für einen Landstreicher hält. Als der schweigsame Fremde, der nichts Unrechtes getan hat, auf der Polizeiwache weiter schikaniert wird, schlägt er die Cops nieder und flieht in den Wald. Als der Sheriff und seine Leute ihn dorthin verfolgen, müssen sie erkennen: Sie haben es mit einem Kriegshelden zu tun, der in Vietnam zu einer Eliteeinheit für Guerillakrieg gehörte. Und das macht es nicht eben einfach, John Rambo zu fassen.

Das sagt shitesite:

Natürlich kann man, und so wird das heute meistens getan, Rambo als einen Actionfilm sehen. Es gibt hier eine spannende Verfolgungsjagd, ein unbarmherziges Duell, ein bisschen Vietnam-Trauma und viele Szenen, die zur Definition dessen geworden sind, was einen furchtlosen Filmhelden ausmacht. Für Sylvester Stallone mit durchweg grimmigem Blick und fast immer mechanischer Stimme ohne einen Hauch von Betonung ist das natürlich eine Paraderolle. Rambo – das ist mittlerweile quasi ein Synonym für „knallhart“.

Richtig interessant wird Rambo aber wegen seines Subtextes. Der Konflikt, dem sich John Rambo ausgesetzt sieht, ist der uralte Kampf zwischen Natur und Kultur, Wildnis und Zivilisation. Rambo, der in Vietnam schließlich im Dschungel gelebt hat, ist die Verkörperung der Ursprünglichkeit, und damit ebenso des wehmütigen Reizes, den wir bei diesem Wort empfinden, als auch der Gefahr und Bedrohung, die der Begriff ausstrahlt.

Schon die erste Szene dieser Romanverfilmung (!) zeigt ein Bergsee-Idyll, und je näher Rambo danach der Stadt kommt, desto unwohler wird ihm, weil er sich schlicht hilflos fühlt in der Zivilisation, deren Konventionen ihm immer mehr Grenzen setzen: Er darf sich nicht frei bewegen, er soll sich waschen und rasieren. Als er flieht, tut er das auf dem Motorrad (also die Weiterentwicklung eines Pferds), und seine einzige Waffe ist ein Messer (also die Weiterentwicklung eines Zahns).

Sein Versteck wird, natürlich, der Wald, später eine Höhle. „In der Stadt hast Du die Macht. Nicht hier“, erklärt Rambo dem Sheriff, nachdem er die hochgerüstete Armada der Verfolger an der Nase herumgeführt hat. Auch, dass er seinen Widersacher danach laufen lässt, passt durchaus zum Topos des Wilden Mannes: Schießwütig und blutrünstig sind die anderen. In Rambo steckt im Grunde ein weiches, verletztes Herz.

Bestes Zitat:

„Diese Vietnam-Helden sind verdammt harte Nüsse.“

Der Trailer zum Film:


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