Draufgeschaut: Road To Perdition


Film Road To Perdition

Szene aus dem Film "Road To Perdition" mit Tom Hanks

Michael Sullivan (Tom Hanks) ist ein Auftragskiller.

Produktionsland USA
Jahr 2002
Spielzeit 117 Minuten
Regie Sam Mendes
Hauptdarsteller Tom Hanks, Paul Newman, Daniel Craig, Jude Law, Tyler Hoechlin, Jennifer Jason Leigh
Bewertung

Worum geht’s?

Es läuft nicht schlecht für Michael Sullivan: Seit seiner frühesten Jugend arbeitet er für John Rooney, den Boss einer irischen Gangster-Bande, die in den Zeiten der Prohibition gute Geschäfte macht. Michael hat sich mit Zuverlässigkeit, Loyalität und Verschwiegenheit nicht nur den Respekt seines Chefs erarbeitet, sondern auch so etwas wie Zuneigung. Er hat einen halbwegs normalen Tagesablauf, ist angesehen in der Stadt und bei den Kollegen und kann es sich erlauben, seinen beiden Söhnen ein intaktes Familienleben vorzugaukeln. Eines Nachts, als Michael einen besonders heiklen Auftrag ausführen soll, heftet sich sein Sohn Mike allerdings unbemerkt an seine Fersen und beobachtet, wie der Vater gemeinsam mit Connor Rooney, dem heißblütigen Sohn seines Chefs, drei Männer erschießt. Als Connor und Michael den Jungen entdecken, ist klar, dass Michael ab jetzt als Sicherheitsrisiko gilt. Einem ersten Attentat entkommt er, doch seine Frau und sein jüngster Sohn werden dabei erschossen. Er versucht, zu fliehen und wenigstens Mike in Sicherheit zu bringen – und muss dazu dem gesamten Syndikat den Kampf ansagen, mit einem kleinen Jungen als einzigem Komplizen.

Das sagt shitesite:

Es gibt eine Figur in Road To Perdition namens Harlen Maguire (gespielt von Jude Law), die ein ganz besonderes Hobby hat: Der Mann, der als Auftragskiller für besonders schwierige Fälle arbeitet, macht gerne Fotos von den Leichen, die er zurücklässt. Er drapiert sie, baut in aller Ruhe seine Kamera auf, während sie mit dem Tod ringen, und drückt dann den Auslöser.

Die Botschaft ist, ebenso wie der Titel des Films, nicht allzu subtil. Denn praktisch alle Figuren, die wir in Road To Perdition durch das Auge der Kamera gezeigt bekommen, sind ebenfalls Gewaltopfer – egal, ob sie überleben oder nicht. In dieser Welt der irischen Einwanderer wird nichts so sehr verlangt wie Härte. Genau vor diesem Wahn, Härte sei der einzige Weg zum Überleben, möchte Michael seinen Sohn bewahren. Das ist der emotionale Antrieb dieses Films.

Er funktioniert erstaunlich gut. Obwohl Regisseur Sam Mendes seinen Film mit reichlich Archetypen bevölkert (Road To Perdition basiert auf einer Comic-Reihe, und da liebt man es nun einmal besonders schwarz-weiß), fühlt man als Zuschauer wirklich mit ihnen; das gilt für die Opfer ebenso wie für die Killer wider Willen und sogar für die Auftraggeber, die von nichts als purer Notwendigkeit zu ihren grausamen Befehlen getrieben zu werden scheinen.

Ein weiterer Pluspunkt ist die gelungene Ästhetik, zu der die stilsichere Requisite beiträgt, mehr noch aber die Kameraarbeit, für die Conrad L. Hall mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Dass er kurz vor der Zeremonie gestorben ist (und auch Paul Newman als John Rooney hier in seinem letzten Kinofilm zu sehen ist) passt beinahe perfekt zur Atmosphäre von Road To Perdition: Das allgegenwärtige Wissen um Vergänglichkeit prägt hier alle Figuren – es führt aber nicht zu einer Würdigung des Lebens, sondern bloß zu einem leichtfertigen Umgang mit dem Tod.

Bestes Zitat:

„Söhne kommen auf diese Welt, um ihren Vätern Ärger zu machen.“

Der Trailer zum Film.

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