Road Trip


Film Road Trip

Road Trip Film Kritik Rezension

Josh (Breckin Meyer, Zweiter von rechts) und seine Freunde wollen nach Austin.

Produktionsland USA
Jahr 2000
Spielzeit 90 Minuten
Regie Todd Phillips
Hauptdarsteller Breckin Meyer, Seann William Scott, Amy Smart, Fred Ward, Paulo Costanzo, DJ Qualls, Tom Green, Rachel Blanchard
Bewertung

Worum geht’s?

Für interessierte Schulabgänger und deren Eltern bietet das Ithaca College jedes Jahr einen kleinen Rundgang über den Campus an. Auch in diesem Jahr sind etliche Schüler gekommen, die zum Beginn des neuen Semesters vielleicht hier studieren wollen. Der Langzeitstudent Barry Manilow informiert die kleine Gruppe über Bibliothek, Sportteams und Historie des Colleges. Als den Besuchern das zu langweilig wird und sie eine spannendere Geschichte aus dem Studentenleben einfordern, wird der Schnuppertag in der Tat deutlich interessanter: Barry erzählt eine noch nicht allzu lange zurückliegende Anekdote über seinen Freund Josh. Der führt eine Fernbeziehung mit seiner Langzeitfreundin Tiffany und schickt ihr jede Woche per Post eine Episode aus seinem Videotagebuch, damit sie weiter an seinem Leben teilhaben kann. Als es zwischen ihm und Tiffany zu kriseln scheint und Josh nach einer Party mit einer anderen im Bett landet, erweist sich diese Tradition allerdings als fatal: Der Seitensprung wurde aufgezeichnet, und jetzt befindet sich aus Versehen genau diese Videokassette per Post auf dem Weg zu Tiffany. Josh sieht nur eine Möglichkeit, seine Beziehung zu retten: Er muss am Zielort in Austin, Texas, sein, bevor Tiffany dort ihre Post öffnen kann. Er hat also drei Tage Zeit. Dass er sich auf dem Weg dahin auch noch auf eine wichtige Philosophieprüfung vorbereiten muss, macht die Sache nicht leichter. Und dass seine chaotischen Freunde E.L., Rubin und der schmächtige Kyle, dessen Auto sie sich kurzerhand ausleihen, ihn unbedingt begleiten wollen, sorgt auch für reichlich Turbulenzen.

Das sagt shitesite:

Als „uninspiriert inszenierte, mit pubertären Sex- und Ekel-Gags angereicherte College-Komödie“, hat das Lexikon des internationalen Films diesen Streifen bezeichnet. Als vermutete Zielgruppe werden demnach Männer, „aber auch das weder geschmacklich noch sexualpädagogisch gefestigte Kind“ identifiziert. Mit anderen Worten: Road Trip ist genau mein Ding. Neben reichlich Gags, die auf den Mann als ewig Pubertierenden abzielen, bietet der Film nämlich auch noch eine nicht zu unterschätzende Portion an Action und sogar Romantik.

Todd Phillips sollte später etwa mit Starsky & Hutch und vor allem mit der Hangover-Reihe enormen Erfolg haben. In seiner ersten Komödie zeigt er bereits all die Qualitäten, die auch diese Filme ausmachen, gibt sich aber noch weitaus radikaler. Hier geht aus ausschließlich um Schenkelklopfer, ohne Rücksicht auf politische Korrektheit, guten Geschmack oder auch bloß Logik. Am deutlichsten zeigt das eine Stelle, in der aus dem Plot wieder in die Rahmenhandlung gesprungen wird. Barry Manilow (unfassbar genial besetzt mit MTV-Chaot Tom Green) erzählte gerade von einer Szene in der Mädchenumkleidekabine, als ihn eine Besucherin unterbricht mit dem Hinweis, es sei unrealistisch, dass da all die Mädchen minutenlang völlig nackt herumlaufen. „Shhh! Das ist meine Geschichte“, erwidert der College-Guide – und dann dürfen beim Schnitt zurück in den Plot wieder reihenweise Brüste durchs Bild hüpfen und Mädchen sich gegenseitig einseifen, während sie darüber lamentieren, dass Jungs an nichts anderem interessiert sind als an Titten und Ärschen.

Man muss das nicht gleich subversiv finden, aber es ist dieses Ausmaß an Respektlosigkeit, das Road Trip so witzig macht und auch aus der Masse vergleichbarer College-Komödien heraushebt. Der Film macht sich über Streber lustig und über Eltern, über Karrierepläne und Studentenvereinigungen. Dabei werden natürlich reichlich Scherze auf Kosten von Schwarzen, Nerds und immer wieder von Frauen gemacht, letztlich zeigt Todd Phillips hier aber bereits einen Charakterzug, der auch seine späteren Werke prägen (und, so könnte man behaupten, erfolgreich machen) sollte: eine große Sympathie für Außenseiter. Der spießige Josh, der chaotische E.L., der introvertierte Rubin, der neurotische Kyle, der mindestens unzurechnungsfähige Barry – keiner davon würde auf einem durchschnittlichen amerikanischen Campus als cool gelten. Aber auf diesem Road Trip dürfen sie zu Helden werden.

Bestes Zitat:

„Are there any guys out there who are just normal, huh?“

Der Trailer zum Film.

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