Sieben


Film Sieben

Die Polizisten Mills (Brad Pitt, rechts) und Somerset (Morgan Freeman) jagen einen Serienkiller.

Die Polizisten Mills (Brad Pitt, rechts) und Somerset (Morgan Freeman) jagen einen Serienkiller.

Produktionsland USA
Jahr 1995
Spielzeit 125 Minuten
Regie David Fincher
Hauptdarsteller Morgan Freeman, Brad Pitt, Gwyneth Paltrow, Kevin Spacey
Bewertung

Worum geht’s?

Nur noch ein paar Tage hat Detective Somerset im Dienst der Mordkommission vor sich. Er arbeitet schon seinen Nachfolger ein, Detective Mills, als die beiden auf eine mysteriöse Mordserie stoßen. Ein Killer inszeniert seine Morde passend zu den sieben Todsünden: Völlerei, Habgier, Neid, Trägheit, Zorn, Wollust und Hochmut. Er geht akribisch vor, unsagbar grausam und scheint mit den Ermittlern seine Spielchen zu treiben. Um ihm auf die Schliche zu kommen, müssen sich die beiden Polizisten in den Serienmörder hineinversetzen.

Das sagt shitesite:

Ein religiös verwirrter Serienkiller, zwei konkurrierende Ermittler (jung gegen alt, Körper gegen Geist, Draufgänger gegen Grübler), ein paar putzige Szenen einer Liebesgeschichte – nichts an Sieben wirkt auf dem Papier sonderlich herausragend. Die Handlung ist hier aber beinahe nebensächlich, obwohl Sieben durchaus ein sehr spannender Thriller wird, der eher auf Psychologie, Timing und Nervenkitzel setzt als auf Action.

Das wirklich Beeindruckende ist hier aber das Zusammenspiel von Optik, Inhalt und Kontext. Ohne sich zu übernehmen, integriert Regisseur David Fincher in Sieben mittelalterliche Zahlensymbolik, Zitate von Shakespeare und Hemingway, Bilder aus Dantes Göttlicher Komödie und Filmmusik aus Der dritte Mann. All das fügt sich zusammen, um Perversion, Eitelkeit, Verblendung und Skrupellosigkeit vorzuführen – nicht nur des Täters, sondern vor allem auch seiner Opfer.

Die Bilder von Sieben zeigen eine kaputte Welt, in der sich die Polizisten durch den Dauerregen kämpfen, um dann korrupte Informanten und kaputte Zeugen zu treffen – oder auf Tatorte zu stoßen, die wie Gemälde inszeniert sind. In einigen Szenen ist das Grauen fast gar nicht zu sehen, denn die Bilder werden nur ganz kurz eingeblendet, fast jenseits der Wahrnehmungsgrenze.

Das ist grandios ästhetisches Kino, ein Thriller mit einer unverwechselbaren Handschrift und eine wunderbare Form für die Botschaft von Sieben: dass wir uns alle mit der Allgegenwart des Bösen abgefunden haben.

Bestes Zitat:

“Ich denke nicht, dass ich in einer Welt leben kann, in der Apathie uns alle umklammert – und die wird dann auch noch zur Tugend erklärt.”

Der Trailer zum Film:

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