Draufgeschaut: Stigmata


Frankie (Patricia Arquette) wird von rätselhaften Wunden gezeichnet.

Frankie (Patricia Arquette) wird von rätselhaften Wunden gezeichnet.

Film Stigmata
Produktionsland USA
Jahr 1999
Spielzeit 103 Minuten
Regie Rupert Wainwright
Hauptdarsteller Patricia Arquette, Gabriel Byrne, Jonathan Pryce
Bewertung ***

Worum geht’s?

In einer Kirche in Brasilien glaubt die Gemeinde, ein Wunder zu erleben: Eine Marienstatue weint plötzlich Blut. Menschliches Blut, ohne Unterbrechung. Der Vatikan schickt Pater Andrew Kiernan nach Mexiko, um den Fall zu untersuchen. Doch der Ermittler, der auf solche Fälle spezialisiert ist, findet auch keine Erklärung für das Phänomen. Im Gegenteil: Wenige Tage später ist sein Einsatz schon wieder gefragt. Denn Frankie Paige, eine junge Frau aus Pittsburgh, wird mit unerklärlichen Wunden ins Krankenhaus eingeliefert, erst an den Händen, dann am Rücken. Der Pater erklärt ihr: Es sind Stigmata – die Wunden, die Jesus Christus geschlagen wurden. Der Priester möchte Frankie gerne helfen. Bald merkt er, dass seine Suche nach einer Erklärung für mächtig Wirbel im Vatikan sorgt. Denn er ist einer historischen Verschwörung auf der Spur.

Das sagt shitesite:

Aberglaube gegen Wisschenschaft, mittelalterliche Mystik gegen den Pragmatismus der modernen Großstadt: Der Konflikt in Stigmata ist ein denkbar platter, und auch sonst macht der Thriller gelegentlich den Fehler, allzu plakativ sein zu wollen (etwa, wenn penetrant auf Sado-Maso-Praktiken angespielt wird oder ständig Tauben umherflattern, bis auch der letzte kapiert hat, dass sie ein Symbol für den Heiligen Geist sind). Trotzdem wird daraus ein eindrucksvoller Film über die Möglichkeit des Glaubens in einer gottlosen Welt. Die opulenten Bilder sind ebenso wirkungsvoll wie der wuchtige Soundtrack von Billy Corgan. Immer wieder zeigt Stigmata, wie sehr nicht nur der Geist, sondern auch die Sinne zum Glauben gehören: Kerzen, Flüstern, Wasser, Licht, Rauch, Streicheln, Tasten – all das wird hier immer wieder in den Mittelpunkt gerückt.

Irgendwo zwischen Der Exorzist, der Passion Christi und dem Da Vinci Code entwickelt sich eine Geschichte, die zwar krude ist (Frankie ist erst so etwas wie die moderne Variante von Maria, dann Jesus, am Ende wohl Luzifer), aber spannend. Das größte Problem an Stigmata ist freilich: Es gibt hier ganz viel Show und Glitzer, aber dahinter keine Botschaft. Damit macht der Film genau den Fehler, den er der Kirche hier unter die Nase reiben will.

Bestes Zitat:

“Ich reise um die Welt und untersuche Wunder. Und dann widerlege ich sie. Das wahre Wunder ist, dass überhaupt noch jemand irgendetwas glaubt.”

Der Trailer zum Film:

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