Draufgeschaut: Subway


Film Subway

Szene aus dem Film Subway Kritik Rezension

Héléna (Isabelle Adjani) folgt Fred (Christopher Lambert) in die Unterwelt.

Produktionsland Frankreich
Jahr 1985
Spielzeit 98 Minuten
Regie Luc Besson
Hauptdarsteller Isabelle Adjani, Christopher Lambert, Richard Bohringer, Michel Galabru, Jean-Hugues Anglade, Jean Reno, Eric Serra
Bewertung

Worum geht’s?

Als Fred von der glamourösen Héléna zu einer Party eingeladen wird, sagt er gerne zu, obwohl sich beide kaum kennen. Die Feier nutzt er, um einen Tresor zu sprengen, „weil er Tresore nicht leiden kann“, wie seine Begründung lautet, und eine brisante Akte zu stehlen, mit der er die reiche Industriellengattin dann erpresst. Héléna schaltet die Polizei ein – nicht nur, weil sie die Akte zurück haben will, sondern auch, weil Fred durch diesen Coup für sie noch faszinierender geworden ist. Die Spur führt in die Katakomben der Metro von Paris, wohin Fred auf der Flucht vor der Polizei abgetaucht ist – und wo er eine Unterwelt voller schillernder Figuren entdeckt.

Das sagt shitesite:

Mitten in den Achtzigern steht Subway nicht nur kalendarisch. Slap-Bass, Bodybuilding und Rollschuhläufer spielen in der dritten Regiearbeit von Luc Besson eine wichtige Rolle, sodass der Film geradezu als Museum der Eighties-Ästhetik gelten kann. Denn genau das ist es, was im Zentrum steht: Ästhetik.

Subway erzählt zwar eine Geschichte, aber es dauert sehr lange, bis man halbwegs dahinter kommt, warum dieser Fred auf der Flucht ist. Viele andere Fragen (Wo kommt er her? Was steht in der Akte? Was hat all die Punks, Verlierer und Aussteiger, denen er im Labyrinth der Metrotunnel begegnet, dazu gebracht, ein Leben unter der Erde zu führen?) bleiben völlig unbeantwortet. Viel eher geht es hier darum, die Sympathie zu diesen Individualisten zum Ausdruck zu bringen, die sich eine ganz eigene Welt nach ganz eigenen Regeln erschaffen haben, nur ein paar Meter unter dem pulsierenden Leben der Hauptstadt mit all ihren Zwängen, Konventionen und Erwartungen.

Noch stärker legt es Subway aber darauf an, eine ganz eigene, surreale Stimmung zu entwickeln. Nach der Verfolgungsjagd zu Beginn spielt sich das Geschehen fast ausschließlich im Labyrinth der Metro ab. Der pragmatische Umgang der Figuren miteinander entspricht dabei wunderbar der Anonymität und Flüchtigkeit der Begegnungen in der Metro. Dazu passt auch, dass nicht nur Fred (die nach wie vor unvergesslichste Rolle von Christopher Lambert, der hier im Vorspann allerdings noch als Christophe Lambert geführt wird) keine Vorgeschichte hat, sondern auch viele seiner Unterwelt-Kumpels, die teilweise sogar namenlos bleiben. Gerade weil hier ein Modell von „Leben und leben lassen“ vorgelebt wird, entsteht zugleich ein Gegenentwurf zu Karriere-Treiben, Selbstdarstellung und Ellbogengesellschaft über der Erde. Dabei verzichtet Subway über weite Strecken auf Dialoge und schafft es so tatsächlich, eine sehr eigenständige Anziehungskraft zu entwickeln, die auch 30 Jahre später noch ihren Reiz hat.

Bestes Zitat:

„Warum liebe ich gerade Sie? – Weil ich eine sensationelle Frau bin.

Warum lieben Sie mich nicht? – Weil ich nicht den Mut dazu habe.“

Der Trailer zum Film.

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