Draufgeschaut: Syriana 1


Der CIA-Agent Bob Barnes (George Clooney, vorne) wird in ein dubioses Ölgeschäft verwickelt.

Der CIA-Agent Bob Barnes (George Clooney, vorne) wird in ein dubioses Ölgeschäft verwickelt.

Film Syriana
Produktionsland USA
Jahr 2005
Spielzeit 128 Minuten
Regie Stephen Gaghan
Hauptdarsteller George Clooney, Amr Waked, Christopher Plummer, Jeffrey Wright, Chris Cooper, Amanda Peet, Robert Foxworth, Matt Damon, William Hurt
Bewertung *****

Worum geht’s?

Die US-Firma Killen hat sich wichtige Förderrechte für ein großes Ölverkommen in Kasachstan gesichert. Als Killen vom Großkonzern Connex gekauft wird, untersucht die US-Regierung die geplante Fusion. War Korruption im Spiel? Auch der US-Geheimdienst hat ein gesteigertes Interesse an dem Deal, geht es doch um strategische Fragen in der Region, und dabei könnte ein arabischer Prinz hinderlich sein, der in seinem Land demokratische Reformen plant. Zwischen Wirtschaft, Politik und Justiz entspinnt sich ein spannender Kampf um die Frage, wer die Wahrheit als erstes findet – und wer sie am besten in seinem Sinne missbrauchen kann.

Das sagt shitesite:

Es braucht eine ganze Weile, bis sich die Komplexität von Syriana und die Verbindung zwischen den einzelnen Handlungssträngen offenbart. Aber das ist ein geniales Stilmittel, denn schließlich geht es in diesem meisterhaften Wirtschaftsthriller auch darum, die vielschichtigen und schwer zu durchschauenden Verstrickungen in der globalisierten Welt vor Augen zu führen. Es geht um Rassismus und Macht, um Erniedrigung und Stolz, um Angst und Gier – auf ganz vielen Seiten.

Das Stärkste an Syriana: Der Film zeigt den Turbokapitalismus einerseits als System, das durch seine unbarmherzige Konsequenz quasi unerschütterlich geworden ist. Andererseits wird hier sehr deutlich, dass alle Beteiligten (übrigens fast ausschließlich Männer) getrieben werden von ihrem ganz persönlichen Egoismus und ihren ganz individuellen Zwängen, sodass sich letztlich keiner von ihnen mit Verweis auf die Allmacht des Systems aus der Verantwortung stehlen kann.

Zusätzliche Größe bekommt Syriana auch dadurch, dass hier zwar mit scharfem Blick analysiert wird, Regisseur und Drehbuchautor Stephen Gaghan seinen Protagonisten aber trotzdem mit Sympathie und sogar Wärme begegnet. Immer wieder schimmert das Menschlich-Allzumenschliche durch. Zwischen knallharten Verhandlungen, Terrorattacken und Schicksalsschlägen gibt es in Syriana eben auch die Banalität des Alltags: notgeile junge Männer, Ablenkung beim Sport, Ärger mit den Eltern. Mit dieser Facette knüpft Syriana nicht nur ein (neben den wirtschaftlichen Abhängigkeiten) weiteres Band zwischen den Kulturen, sondern schafft inmitten des blanken Zynismus auch so etwas wie ein bisschen Hoffnung.

Bestes Zitat:

“Kapitalismus kann ohne Verschwendung nicht existieren.”

Der Trailer zum Film:


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