Draufgeschaut: Tage des Donners


Cole Trickle (Tom Cruise) will die Ärztin Claire Lewicky (Nicole Kidman) mit seinen Fahrkünsten beeindrucken.

Cole Trickle (Tom Cruise) will die Ärztin Claire Lewicky (Nicole Kidman) mit seinen Fahrkünsten beeindrucken.

Film Tage des Donners
Produktionsland USA
Jahr 1990
Spielzeit 107 Minuten
Regie Tony Scott
Hauptdarsteller Tom Cruise, Nicole Kidman, Robert Duvall, Michael Rooker
Bewertung **

Worum geht’s?

Harry Hogge ist ein begnadeter Mechaniker. Aus jeder lahmen Kiste kann er einen pfeilschnellen Boliden machen. Doch von Autorennen will er nichts mehr wissen, seit ein Fahrer in einem seiner Autos beim Nascar-Rennen in Daytona ums Leben gekommen ist. Seine Meinung ändert der Altmeister erst, als er den talentierten Fahrer Cole Trickle trifft, einen echten Draufgänger, der vom Sieg in Daytona träumt. Um eine Chance zu haben, müssen die beiden nicht nur die ausgebufften Gegner auf der Rennstrecke schlagen, sondern vor allem die Ideallinie für ihre eigene turbulente Beziehung finden.

Das sagt shitesite:

Wer solides Hollywoodhandwerk schätzt, für den könnte sich Tage des Donners als Triumph erweisen. Die Renn-Sequenzen sind spektakulär in Szene gesetzt, die Einstellungen mit Hauptdarsteller Tom Cruise sehen immer wieder aus wie Hochglanz-Werbeclips, die Geschichte liefert einen einfachen Konflikt, eine Liebesgeschichte und ein großes Finale. Gekonnt ist auch die Art und Weise, wie der Film ganz beiläufig die Hintergründe und Regeln des Rennsports erklärt: Man muss nicht das Geringste über Nascar-Rennen wissen, um Tage des Donners verstehen und auch bei den Überholmanövern im Oval von Daytona mitfiebern zu können.

Sucht man nach Kreativität, ist der Streifen aber eine einzige Enttäuschung, die auch dadurch nicht gerade besser wird, dass Tony Scott genau denselben Film schon einmal gemacht hat, bloß mit Flugzeugen statt Rennautos: Tage des Donners ist Top Gun auf Asphalt.

Auch hier gibt es wieder den Heißsporn und Draufgänger, der sich den Respekt einer Vaterfigur erkämpfen und alle Platzhirsche in den Schatten stellen will. Auch in Tage des Donners verwandeln sich Kontrahenten in Kameraden und es wird ein Kampf ausgefochten zwischen denen, die im Cockpit sitzen, und denen, die ihre kühnen Aktionen erst möglich machen. Einer kann nicht ohne den anderen, Egoismus ist für den Erfolg genauso essenziell wie Vertrauen und jeder hat sein persönliches Trauma.

All das ist trotz seiner Vorhersehbarkeit halbwegs unterhaltsam, zum einen wegen der rasanten Szenen auf der Rennstrecke, zum anderen wegen des Fünkchens Ironie, das auch in Tage des Donners steckt. Wenn die Ärztin Claire Lewicki (Nicole Kidman) nach einem Crash über den Zustand der beteiligten Rennfahrer konstatiert „Ihre Gehirne sind intakt. Auf jeden Fall im gleichen Zustand wie vor dem Unfall“ oder sie Cole Trickle vorwirft, wie kindisch und selbstsüchtig er ist (wohlgemerkt: kurz nach den Dreharbeiten waren Kidman und Cruise ein Ehepaar), dann entwickelt der Film zumindest im Ansatz so etwas wie einen eigenen Charakter.

Bestes Zitat:

“Ich habe mehr Angst davor, ein Nichts zu sein, als verletzt zu werden.”

Der Trailer zum Film:

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