Draufgeschaut: The Doors 2


Für Jim Morrison (Val Kimer) und seine Freundin Pam (Meg Ryan) wird die Karriere der Doors zum ultimativen Trip.

Für Jim Morrison (Val Kimer) und seine Freundin Pam (Meg Ryan) wird die Karriere der Doors zum ultimativen Trip.

Film The Doors
Produktionsland USA
Jahr 1991
Spielzeit 140 Minuten
Regie Oliver Stone
Hauptdarsteller Val Kilmer, Kyle MacLachlan, Kevin Dillon, Frank Whaley, Meg Ryan, Billy Idol, Kathleen Quinlan
Bewertung ****1/2

Worum geht’s?

Eigentlich möchte Jim Morrison Filme drehen. Doch an der Uni erkennen seine Freunde, dass in ihm ein Sänger, Songwriter und begnadeter Frontmann steckt. Sie gründen eine Band und erlangen schon bald legendären Status. The Doors werden zu düsteren Ikonen der Flower-Power-Ära. Doch Jim Morrison verliert den Boden unter den Füßen.

Das sagt shitesite:

Schon in der ersten Szene wird klar, wie Regisseur Oliver Stone hier den Helden porträtieren wird: Jim Morrison ist für ihn ein Romantiker, Exzentriker und Egomane. Die anderen Mitglieder der Doors sind schon bald nur noch Randfiguren in diesem Biopic, dennoch ist The Doors genau der richtige Titel für diesen Film. Denn auch wenn Ray Manzarek, Robby Krieger und John Densmore hier über weite Strecken wie blasse Erfüllungsgehilfen ihres genialischen Sängers wirken, so ist es doch immer wieder die Musik der Doors, die gefeiert wird. Hätte es zu ihrer Zeit schon Musikvideos gegeben, hätte man ihre Songs nicht passender illustrieren können als Stone es hier tut. Seine Bilder verstärken die Musik nicht nur – in vielen Momenten vervollständigen sie sie.

Vor diesem Hintergrund gelingt es, Morrison zu würdigen, auch ein stückweit zu verklären, ohne ihn jedoch zu vergöttern. Jim Morrison wird dargestellt als leidenschaftlich und ehrgeizig, aber auch als selbstverliebt und cholerisch. Er ist Ikone und Arschloch – ein Mann, der besessen ist von seiner Kunst, von der er sich Erlösung verspricht, und in der er doch bloß den Exzess findet. Ein stückweit ist er hier die Verkörperung dessen, was Rock’N’Roll ausmacht: Morrison lotet jede Grenze aus und empfindet jede Konvention als persönliche Beleidigung – kindisch, brutal und ohne Rücksicht auf Verluste.

Kein Wunder, dass er so zur Blaupause wurde für beispielsweise Axl Rose oder Kurt Cobain. Dazu gehört auch seine hier manchmal etwas zu dick aufgetragene Todesahnung, die im Verlauf des Films immer mehr zu Todessehnsucht wird. „I feel most alive confronting death“, sagt er schon sehr früh im Film – und er beweist es danach immer wieder. In der Mitte der 1960er Jahre, als die Doors mitten in die Beat-Ära platzten, musste Morrison mit solch einer Sichtweise nicht nur wie eine Ein-Mann-Freakshow wirken. Er war (und blieb) auch der gelebte Hedonismus, die Verkörperung der Dekadenz, der perfekte Rockgott.

Am Ende ist er fast kein Mensch mehr, sondern nur noch Rockstar: jede Geste eine Pose, jeder Satz eine Songzeile. Es ist eine der Stärken des Films, diese anstrengende Eitelkeit vorzuführen, diesen entrückten Blick, der am Ende nichts Genialisches mehr hat, sondern bloß noch Einsamkeit bedeutet. The Doors zeigt, wie prätentiös Jim Morrison war (auch wenn der Film dafür selbst an einigen Stellen prätentiös werden muss), und wie modern er in dieser Mentalität letztlich war: Die Inszenierung seiner Kunst war ihm mindestens ebenso wichtig wie die Kunst selbst.

Bestes Zitat:

„I think of myself as a sensitive, intelligent human being. But with a soul of a clown that always forces me to blow it at the most crucial moment.“

Der Trailer zum Film:


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2 Gedanken zu “Draufgeschaut: The Doors