Draufgeschaut: The Royal Tenenbaums


Film The Royal Tenenbaums

The Royal Tenenbaums Kritik Rezension

Richie (Luke Wilson) ist verliebt in seine Schwester Margot (Gwyneth Paltrow).

Produktionsland USA
Jahr 2001
Spielzeit 108 Minuten
Regie Wes Anderson
Hauptdarsteller Gene Hackman, Anjelica Huston, Gwyneth Paltrow, Ben Stiller, Luke Wilson, Owen Wilson, Danny Glover, Bill Murray
Bewertung

Worum geht’s?

Richie, Chas und ihre Adoptivschwester Margot gelten als Wunderkinder. In Wirtschaft, Sport und Kunst scheinen ihnen sagenhaften Karrieren bevorzustehen, bis ihr Vater Royal Tenenbaum die Familie verlässt und jeder von ihnen in eine persönliche Krise schlittert. Als Royal erfährt, dass seine Frau kurz davor steht, einen anderen Mann zu heiraten, kehrt er Jahre später mit einem Trick ins alte Heim zurück: Er behauptet, er habe Krebs und wolle die wenigen Wochen, die ihm im Leben noch bleiben, nutzen, um sich wieder mit seiner Frau und den längst erwachsenen Kindern zu versöhnen. Sein Schwindel fliegt zwar bald auf, trotzdem sorgt die Rückkehr des Vaters für eine neue Dynamik im Hause Tenenbaum.

Das sagt shitesite:

Vielleicht noch stärker als in seinen anderen Werken lässt Wes Anderson in The Royal Tenenbaums das Funktionsprinzip seiner Filme erkennen: Es gibt eine durch und durch inszenierte Welt, mit liebevollen Kulissen, unzähligen Popkultur-Anspielungen, einer ganz eigenen Farbe und einem wunderbaren Soundtrack. Doch so sehr diese Umgebung als artifiziell erkennbar ist, so real und beinahe alltäglich sind doch die Konflikte, die sich darin abspielen.

Besonders großartig gelingt die Umsetzung dieses Ansatzes hier dank des toll aufgelegten Ensembles. Man merkt The Royal Tenenbaums an, dass die Besetzung bereits beim Schreiben des Drehbuchs (das Owen Wilson gleich selbst mit Anderson verfasst hat) im Hinterkopf war. Heraus sticht dabei Gene Hackman als Titelfigur. Der Lebemann, der seine Familie verlässt und danach bezeichnenderweise kein neues Zuhause gründet, sondern in einem Hotel lebt, ist sinnbildlich für die Weigerung, vernünftig zu sein, verantwortlich, angekommen. Trotzdem werden in seiner Figur echte Reue und echte Trauer erkennbar: Die Chancen, die seine Kinder scheinbar durch ihre Traumata verpassen, hat er willentlich verspielt, als Erwachsener, und das ist ihm nur zu klar, so sehr er auch versucht, den Gedanken zu verdrängen. Er inszeniert sich, vor seinem Abschied von der Familie und erst recht nach seiner Rückkehr, als Patriarch und weiß selbst, wie ungeeignet er für diese Rolle ist. Seine Kinder schieben ihm die Schuld für ihre eigenen Krisen zu und wissen doch, dass sie damit womöglich nur das pubertäre Verhalten des Vaters wiederholen.

Durch das eigentümliche Set wirkt diese Familie kauzig, beinahe märchenhaft, dabei sind dies die Sorgen und Nöte ganz normaler Menschen. Auch in The Royal Tenenbaums zeigt sich somit: Es ist, bei aller Lust, die sinnlichen Möglichkeiten des Kinos auszureizen, echtes Leben, was den Kern der Filme von Wes Anderson und ihre emotionale Wirkung ausmacht.

Bestes Zitat:

„Soll ich dir was sagen? Höre nicht auf mich! Ich selbst habe mich nie verstanden. Ich habe uns alle nie verstanden. Ich wünschte, ich könnte dir sagen, was du tun musst. Aber ich kann es nicht.“

Der Trailer zum Film.

 

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