Draufgeschaut: Tiger And Dragon


Li Mu Bai (Chow Yun-Fat) will sein legendäres Schwert wieder finden.

Li Mu Bai (Chow Yun-Fat) will sein legendäres Schwert wieder finden.

Film Tiger And Dragon
Produktionsland China
Jahr 2000
Spielzeit 115 Minuten
Regie Ang Lee
Hauptdarsteller Chow Yun-Fat, Michelle Yeoh, Zhang Ziyi, Chang Chen, Cheng Pei-pei
Bewertung

Worum geht’s?

Li Mu Bai hat genug vom Leben als Schwertkämpfer. Er will das Dasein als Krieger beenden, als Symbol seines Entschlusses gibt er seine legendäre Waffe zurück, das grüne Schwert der Unterwelt. Doch in Beijing, wo das 400 Jahre alte Schwert verwahrt werden soll, wird es gestohlen. Der Verdacht fällt auf Jadefuchs, eine alte Kämpferin, die einst schon den Lehrmeister von Li Mu Bai getötet hatte. Gemeinsam mit seiner alten Freundin Yu Xiu Lian, die ebenfalls eine erfahrene und virtuose Kämpferin ist, macht er sich auf, um das Schwert zurückzubekommen. Während in Li Mu Bai der alte Hass auf Jadefuchs wieder erwacht, ahnt Yu Xiu Lian, das auch die junge Tochter des Gouverneurs von Beijing etwas mit dem Diebstahl zu tun haben könnte. Yu Jiao Long soll gegen ihren Willen mit einem Beamten des Kaisers verheiratet werden, dabei träumt sie von einem Leben als Kriegerin.

Das sagt shitesite:

Schon als Martial-Arts-Film wäre Tiger And Dragon ein Genuss: Ein riesiges Arsenal traditioneller Waffen kommt zum Einsatz, noch größer ist die Kreativität in der Choreografie der Kämpfe, und wenn sie fechten oder sich Verfolgungsjagden liefern, schweben und fliegen die Kämpfer wie die Figuren in Computerspielen. Das macht Tiger And Dragon zu einem Augenschmaus, der sowohl sehr modern ist als auch eine uralte Bildsprache wieder aufnimmt.

Dazu kommt, dass die rasanten Schwertkämpfe kein Selbstzweck sind, sondern sehr schön in eine Geschichte doppelt verhinderter Liebe eingebunden werden. Li Mu Bai will dem Leben als Kämpfer und Gesetzesfreier auch deshalb abschwören, um endlich Yu Xiu Lian seine Liebe gestehen zu können. Die 18-jährige Yu Jiao Long sucht einen Ausweg aus einer arrangierten Ehe und sehnt sich danach, wieder zu Schwarze Wolke zurückkehren zu können, bei dessen Räuberbande sie einst nach einem Überfall ein paar Tage in der Wüste gelebt hatte.

Gerade vor diesem Hintergrund wirken die Dialoge, die stets bedeutungsschwanger und von ausgesuchter Höflichkeit sind, so eindrucksvoll. Gerade wegen dieser Konstellation stört es nicht, dass es in Tiger And Dragon keinen Moment der Leichtigkeit gibt, wenig Licht, keinen Small Talk und schon gar keinen Witz. Und gerade durch diese Verbindung wird deutlich, dass der Schwertkampf hier stets mehr ist als ein mit Waffen geführtes Duell auf Leben und Tod. Der Kampf ist auch Leidenschaft, Spiel, Erziehung, Tanz.

Nicht zuletzt trägt diese Liebesgeschichte dazu bei, dass die Handlung, die im Jahr 1779 angesiedelt ist, eine gewisse Aktualität bekommt: Tiger And Dragon handelt im Kern von der Beziehung zwischen Meister und Schüler, Frau und Mann, Gefühl und Pflicht – und dem Versuch des einen, sich vom anderen zu emanzipieren.

Bestes Zitat:

„Wenn es um Herzensangelegenheiten geht, kann auch der größte Held vollkommen hilflos sein.“

Der Trailer zum Film:

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