Draufgeschaut: Total Recall


Film Total Recall

Total Recall 1990 Kritik Rezension

Quaid (Arnold Schwarzenegger) kann seiner Erinnerung nicht mehr trauen.

Produktionsland USA
Jahr 1990
Spielzeit 113 Minuten
Regie Paul Verhoeven
Hauptdarsteller Arnold Schwarzenegger, Rachel Ticotin, Sharon Stone, Ronny Cox
Bewertung

Worum geht’s?

Douglas Quaid arbeitet im Jahr 2084 als Bauarbeiter und ist glücklich mit seiner Frau Lori verheiratet. Doch er träumt schon lange von einer Reise auf den Mars. Als er die Werbung einer Firma entdeckt, die durch ein Implantat ins Gehirn virtuelle Urlaubs- und Abenteuerreisen verspricht, will er die Chance ergreifen. Denn angeblich sind die Erlebnisse dabei kaum von realen Erfahrungen zu unterscheiden. Doch während der Behandlung treten Komplikationen auf. Als Quaid danach wieder nach Hause geht, kann er sich nicht an den Eingriff erinnern, wird aber plötzlich gejagt und sogar von seiner eigenen Frau angegriffen. Eine mysteriöse Nachricht rät ihm zur Flucht auf den Mars, die ihm auch gelingt. Dort erfährt er: Seine wahre Identität ist die eines Mannes namens Hauser, die aber ausgelöscht wurde – deshalb kamen die Komplikationen mit dem Implantat zustande. Als Hauser hatte er sich für die Einwohner der Kolonie auf dem Mars eingesetzt. Die fördern auf dem Planeten einen wichtigen Rohstoff für die Erdbewohner, haben allerdings keinerlei Rechte und streben nun mit einer Untergrundbewegung nach Unabhängigkeit. In dem brutalen Kampf gerät Quaid zunächst zwischen die Fronten, denn er weiß nicht, wem er trauen kann und was seine eigentliche Identität ist. Als er Melina, eine einstige Komplizin, die ihm auch auf der Erde noch oft im Traum begegnet ist, wieder trifft, klärt sie ihn auf: Er war als Hauser einst ein Geheimagent im Auftrag der Regierung, wechselte dann aber die Seiten. Nun schließt er sich erneut den Freiheitskämpfern an.

Das sagt shitesite:

Es gibt eine Menge sehr komplexe Themen, die Total Recall, das auf einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick basiert, hätte aufgreifen können. Die Vorlage bietet reichlich spannende Fragen etwa zu Psychologie (Suche nach Identität, Manipulation der Erinnerung), Politik (Kolonialismus und Überwachung) und sogar Philosophie (Konstruktion von Wirklichkeit). Regisseur Paul Verhoeven lässt fast all diese Aspekte beiseite und macht aus seinem Werk stattdessen einen Actionfilm, der vor allem durch seine Effekte und seine Brutalität geprägt ist. In puncto Tricktechnik setzte der Film durchaus Maßstäbe, auch an Splatter-Ästhetik hatte sich Mainstreamkino bis dahin selten so nah herangewagt.

Die Handlung bleibt zwar wirr und hat einige Logik-Löcher, dafür hat Total Recall – ein deutlicher Unterschied zum Remake mit Colin Farrell – erstaunlich viel Humor zu bieten, vor allem eine beachtliche Lust auf Schräges, etwa beim Kuriositätenkabinett im Nachtclub „Last Resort“, aber auch bis hinein in die Dialoge („Wollen Sie die Zukunft wissen?“ – „Wie wäre es mit der Vergangenheit?“). Wenn man etwas gemein ist, kann man auch die Besetzung (Arnold Schwarzenegger spielt hölzern wie eh und je, seine etwas tumbe Entschlossenheit passt hier aber gut zur Hauptfigur) und die sagenhaft schlechte Zielgenauigkeit der Polizisten auf Erde und Mars dazuzählen, ohne die Total Recall schon nach einer Viertelstunde vorbei sein müsste. Die vielleicht größte Stärke dieses Streifens, zumal eine extrem ungewöhnliche für einen Actionfilm: Total Recall feiert die Macht der Freaks.

Bestes Zitat:

„Man ist, was man tut. Ein Mann definiert sich durch seine Taten, nicht durch seine Vergangenheit.“

Der Trailer zum Film.

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