Draufgeschaut: Total Recall


Film Total Recall

Szene aus dem Film Total Recall mit Colin Farrell

Quaid (Colin Farrell) kann seiner Erinnerung nicht trauen.

Produktionsland USA, Kanada
Jahr 2012
Spielzeit 118 Minuten
Regie Len Wiseman
Hauptdarsteller Colin Farrell, Kate Beckinsale, Jessica Biel, Bryan Cranston, Bokeem Woodbine, Bill Nighy
Bewertung

Worum geht’s?

Nach einem verheerenden Krieg gibt es im Jahr 2084 nur noch zwei von Menschen besiedelte Regionen: Großbritannien, das als United Federation Of Britain die Welt regiert, und Australien, das als „die Kolonie“ in erster Linie genutzt wird, um Ressourcen und Arbeitskräfte beizusteuern. Dort lebt auch Douglas Quaid. Durch den Tunnel „The Fall“ reist er jeden Tag mitten durch die Erde auf die andere Seite des Planeten, um dort in einer Fabrik zu arbeiten und Roboter-Polizisten herzustellen. Abends kehrt er wieder heim in die Kolonie, zu seiner Frau Lori und einem gemütlichen Bier in der Kneipe. Zumindest glaubt er das. Als er versucht, sein Leben ein bisschen aufzupeppen und einen Service in Anspruch nimmt, der täuschend echte und beliebig exotische Erinnerungen ins Hirn injiziert, erfährt er: Seine gesamte Biografie ist eine Illusion. In Wirklichkeit ist er ein Geheimagent, der eine entscheidende Rolle spielt im Kampf zwischen den Kolonien und der Föderation.

Das sagt shitesite:

Die ersten Minuten von Total Recall sehen aus wie aus dem Science-Fiction-Thriller für Dummys-Lehrbuch: Die Vorgeschichte wird durch Text im Vorspann erklärt. Für die Dramatik sollen Stroboskoplicht und Pauken sorgen. Das Bekenntnis „Ich liebe dich“ als einer der ersten Sätze der Hauptfigur deutet die emotionale Fallhöhe an. Und der Konflikt, um den es geht, wird dem Zuschauer mittels Fernsehnachrichten dargereicht. Viel plumper geht es nicht mehr.

Leider ist dieser Auftakt symptomatisch. Total Recall hat ein paar spannende Szenen und setzt seine beeindruckende Tricktechnik meist gelungen ein, um die Handlung zu stützen. Aber die Neuauflage ist weder so trashig noch so bissig wie das Original von Paul Verhoeven aus dem Jahr 1990, auf das es hier ein paar Anspielungen gibt.

Vor allem aber gibt es in diesem Film so viel Action, dass die psychologische Komponente kaum wirken kann. „Alles, was du glaubst über dein Leben zu wissen, ist nicht real“, muss sich Quaid sagen lassen. Erst nach und nach wird ihm klar, auf wie vielen Ebenen er über seine Identität getäuscht wurde, wer ihm alles etwas vorgemacht und sein Vertrauen missbraucht hat. Colin Farrell schafft es noch halbwegs überzeugend, die Kampfmaschine zu mimen, die geschockt ist von ihren eigenen Fähigkeiten. Doch dass Quaid nicht weniger sucht als eine Wurzel für seine Existenz, um einen Halt in der Gegenwart zu finden, bringt er nicht rüber.

Total Recall begnügt sich mit ein paar Andeutungen darauf, wie brüchig die Konstrukte von Realität, Identität und Erinnerung sind. Diesem Gedanken nachzugehen, wäre viel spannender gewesen als noch eine Verfolgungsjagd mit imposanten Special Effects.

Bestes Zitat:

„Jeder Mann muss sich der Frage stellen, wer er wirklich ist. Aber die Antwort liegt in der Gegenwart, nicht in der Vergangenheit.“

Der Trailer zum Film.

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