Vertrauter Feind


Film Vertrauter Feind

Vertrauter Feind Filmkritik Rezension

Frankie McGuire (Brad Pitt) ist auf einer Undercover-Mission für die IRA unterwegs.

Originaltitel The Devil’s Own
Produktionsland USA
Jahr 1997
Spielzeit 107 Minuten
Regie Alan J. Pakula
Hauptdarsteller Harrison Ford, Brad Pitt, Margaret Colin, Rubén Blades, Julia Stiles
Bewertung

Worum geht’s?

Frankie McGuire ist einer der führenden Männer in der IRA. Als kleiner Junge musste er erleben, wie sein Vater vor seinen eigenen Augen von englischen Soldaten erschossen wurde, nun hat er sich voll und ganz dem Kampf für ein freies Nordirland verschrieben. Um modernere Waffen für die IRA-Kämpfer seiner Einheit besorgen zu können und sich eine Weile aus der Sichtweite der Ermittler zu bringen, die ihm als einen der meistgesuchten Terroristen des Landes nachstellen, reist er nach New York. Dort will er einen Waffendeal einfädeln und kann auf reichlich Sympathisanten der nordirischen Sache bauen. Allerdings lebt er, mit falscher Identität, ausgerechnet im Haus des Polizisten Tom O’Meara. Der hat zwar ebenfalls irische Wurzeln, darf von Frankies Plänen aber auf keinen Fall Wind bekommen.

Das sagt shitesite:

Dass Brad Pitt und Harrison Ford sich während der Dreharbeiten richtig in die Haare bekamen, merkt man Vertrauter Feind nicht an. Die Leistungen der beiden Hauptdarsteller gehören zu den Pluspunkten dieses Thrillers, und sie schaffen es sogar, eine funktionierende Chemie und gegenseitigen Respekt zu spielen, der zentral ist für die Idee dieses Films.

Der Rest von Vertrauter Feind ist allerdings fragwürdig. Der Film propagiert Werte von Korpsgeist und Kämpfen bis zum letzten Atemzug statt Menschlichkeit und Verzeihen. Die Handlung kreist um einen schablonenhaften David-gegen-Goliath-Konflikt, der erst in Irland ausgetragen wird (eine Armee mit Hightech-Waffen gegen ein paar Rebellen, die kaum mehr zu bieten haben als ihren Wagemut) und sich dann in New York wiederholt (ein einzelner Undercover-Kämpfer gegen ein Heer von Leuten, die ihn übers Ohr hauen wollen). Die emotionale Tiefe soll durch Klischees entstehen: die Familienidylle im Hause O’Meara gegen die brutale Gewalt, die Frankie in Nordirland täglich erlebt; Folklore und ursprüngliche Freude bei den Feiern der irischstämmigen Gemeinde gegen die berechnende Ellbogen-Mentalität der Waffenhändler und Mittelsmänner. Dass im Vorspann Dolores O’Riordan von den Cranberries singt – die zum Zeitpunkt der Entstehung von Vertrauter Feind wohl irischste Stimme der Welt – zeigt ebenfalls, wie wenig Wert der Film auf Originalität oder Überraschnungen legt.

Am schlimmsten ist allerdings der erhobene Zeigefinger, den der Film von Anfang an zu seiner Attitüde macht. Wie kann man nur so unvernünftig sein? Wollt ihr euch nicht endlich zusammenraufen? Seht ihr nicht, wie unmenschlich und aussichtslos euer Kampf ist? Diese Fragen werden hier ziemlich unverhohlen gestellt. In Irland wird man wenig Lust haben, nach einem 90 Jahre alten Konflikt, der mehr als 3000 Todesopfer gefordert hat, sich ausgerechnet von einem faden Hollywood-Machwerk auf diese Weise belehren zu lassen.

Bestes Zitat:

„Das ist keine amerikanische Geschichte, sondern eine irische. Ohne Happy End.“

Der Trailer zum Film.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.