Wenn Liebe so einfach wäre


Film Wenn Liebe so einfach wäre

Jane (Meryl Streep) flirtet wieder mit ihrem Ex-Mann Jake (Alec Baldwin).

Jane (Meryl Streep) flirtet wieder mit ihrem Ex-Mann Jake (Alec Baldwin).

Originaltitel It’s Complicated
Produktionsland USA
Jahr 2009
Spielzeit 118 Minuten
Regie Nancy Meyers
Hauptdarsteller Meryl Streep, Alec Baldwin, Steve Martin, Caitlin Fitzgerald, Zoe Kazan, Hunter Parrish, Lake Bell
Bewertung

Worum geht’s?

Am Tag, als auch das dritte ihrer erwachsenen Kinder das Haus gen College verlässt, wird Jane schmerzhaft klar, wie einsam sie seit ihrer Scheidung ist. Glücklicherweise bieten sich bald zwei Optionen, um daran etwas zu ändern: Der Architekt Adam, den sie mit dem Ausbau ihres Hauses beauftragt hat, versucht sich an schüchternen Flirts. Und ihr Ex-Mann Jake, der sie nach 20 Jahren Ehe für eine deutlich jüngere Frau verlassen hat, entwickelt plötzlich ebenfalls wieder Interesse an ihr. Nach einer Familienfeier landen Jake und Jane tatsächlich gemeinsam im Bett – und plötzlich hat sie eine Affäre mit ihrem Ex, der allerdings mittlerweile wieder verheiratet ist. Auch den Annäherungsversuchen von Adam steht dieses verwirrende Liebes-Comeback im Weg.

Das sagt shitesite:

Besonders glaubwürdig ist die Handlung von Wenn Liebe so einfach wäre nicht, immerhin gelingt aber eine solide Umsetzung der Idee, dass RomComs auch für die Zielgruppe 50+ geeignet sein sollten.

Neben den erfreulich intelligenten Dialogen tragen dazu vor allem die Schauspieler bei. Adam ist zwar eine Figur, die beinahe in Güte, Sensibilität und Höflichkeit ertrinkt, Steve Martin gelingt es aber, daraus wenigstens annähernd einen Menschen aus Fleisch und Blut zu machen. Alec Baldwin gibt einen wunderbar dreisten, selbstverliebten, oberflächlichen Jake. Und Meryl Streep? Schafft es als Jane gekonnt, die Mühen des Alters und die fast mädchenhafte Freude über die Avancen, die ihr zuteil werden, zu vereinen.

Jane leidet an ihrem Alter und ihrem Dasein als geschiedene Frau, am körperlichen Verfall und an der erschütternden Botschaft, dass sie im Leben all derer, für die sie gearbeitet hat, nur noch eine Randfigur ist. Diese Botschaft haben ihr erst Jake und dann nacheinander die drei Kinder vermittelt. Beinahe noch mehr leidet sie allerdings am Verliebtsein und Jungsein der anderen.

Genau das macht die Konstellation so spannend, als sie plötzlich vor der Frage steht, ob sie sich (wieder) ein Leben mit ihrem Ex-Mann vorstellen könnte. „Das Schicksal hat uns einmal zusammengeführt, Vielleicht ist es wieder passiert“, behauptet Jake, und auch in Jane steckt die Hoffnung, diese Beziehung vielleicht reparieren und wiederbeleben zu können. Doch sie weiß, dass das Werkzeug dazu ein Betrug wäre – und zwar an Jakes neuer Frau, ihrer einstigen Nebenbuhlerin. Wenn Liebe so einfach wäre holt aus dieser originellen Idee (und aus der Tatsache, dass Jane und Jake ihre Affäre vor den gemeinsamen Kindern verheimlichen müssen) einiges an Konflikten und Gewissensbissen heraus, ohne aber allzu viel Tiefgang zu wagen.

Beiden erscheint es reizvoll, wieder ein paar der alten Knöpfe zu drücken, und beide sind erstaunt darüber, wie zuverlässig sie noch funktionieren, nicht nur im Bett. Das macht für beide den Reiz so groß, die alten Probleme zu ignorieren und die Gegenwart gegen die Vergangenheit einzutauschen. Während die Motivation von Jake bei dieser Affäre aber Egoismus, Lust und naive Romantik sind, ahnt Jane, dass sie womöglich auf dem besten Weg ist, denselben Fehler zweimal zu machen, getrieben von nichts anderes als Einsamkeit. Und sie hat selbst schmerzhaft erfahren müssen, was sie jetzt womöglich genießen könnte: Affären sind deutlich unkomplizierter zu führen als Beziehungen.

Bestes Zitat:

„Wir haben es schon beim allerersten Mal vermasselt. Diesmal hätten wir es besser wissen sollen.“

Der Trailer zum Film.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.