Draufgeschaut: Wie sehr liebst du mich?


Film Wie sehr liebst du mich?

François (Bernard Campan) kauft sich ein Leben mit Daniela (Monica Bellucci).

François (Bernard Campan) kauft sich ein Leben mit Daniela (Monica Bellucci).

Produktionsland Frankreich
Jahr 2005
Spielzeit 95 Minuten
Regie Bertrand Blier
Hauptdarsteller Monica Bellucci, Bernard Campan, Gérard Depardieu, Jean-Pierre Darroussin
Bewertung

Worum geht’s?

Als François in ein Bordell in Paris kommt, hat er einen ganz speziellen Wunsch: Er will eine Frau mieten, nicht nur für eine schnelle Nummer oder eine heiße Nacht, sondern für sein ganzes Leben. 100.000 Euro pro Monat bietet er der umwerfenden Daniela, wenn sie mit ihm leben will. Er habe im Lotto gewonnen und schaffe es auf anderem Weg nicht, eine Frau zu finden, sagt er. Die Prostituierte sagt sofort zu und zieht bei François ein. Dass er plötzlich mit einer Sexbombe zusammen ist, irritiert allerdings nicht nur seine Kollegen aus dem Büro und seinen besten Freund. Auch Danielas Zuhälter (und Ehemann) steht bald vor der Tür, um ein paar Dinge zu klären.

Das sagt shitesite:

Es gibt eine Szene, die diesen Film wunderbar beschreibt: Als der beste Freund von François zu Besuch ist, ein Arzt, und er bei einer Untersuchung der kränkelnden Daniela ihre Brüste erblickt, fällt er tot um, so mächtig ist die Kraft ihrer Schönheit. Es ist dieser Wille, voll und ganz auf die Reize von Monica Bellucci zu setzen, und Themen wie Scham, Begehren und Sex mit viel Ironie zu überhöhen, der Wie sehr liebst du mich? so amüsant macht. Wenn es spontane Lichtwechsel gibt oder pompöse Opernmusik erklingt, sobald Daniela sich auszieht, dann ist das wunderbar grotesk.

Natürlich wird hier, spätestens als Danielas Zuhälter auftaucht und mit François in Ablöseverhandlungen tritt, die Frage diskutiert, ob man das Glück kaufen kann. Viel reizvoller wird aber ein anderer Gedanke von Wie sehr liebst du mich: Alle Figuren in dieser Komödie wollen Liebe ohne Sentimentalität – was sie bekommen, ist Chaos und Schmerz.

Das entwickelt vor allem deshalb so viel Charme und Humor, weil es raffinierte, messerscharfe Dialoge gibt und die beiden Hauptfiguren eine reizvolle Distanz zu sich haben. François ist schüchtern und schwächlich. Sobald Daniela nicht an seiner Seite ist, taumelt er bloß noch wie ein Zombie durchs Leben. Daniela ist eine Diva, die problemlos Sätze wie diesen sagt: „Es ist normal, dass du mich liebst. Alle Männer lieben mich. Ich bin dafür geschaffen worden, geliebt zu werden.“

Trotzdem haben sie Gemeinsamkeiten: François fantasiert von der Anerkennung, die ihm eine so attraktive Frau an seiner Seite bringen würde, hat dann aber Angst vor dem Leben mit Daniela, wie er seinem Freund gesteht. Daniela lebt gerne als Hure ihre Lust aus, will deshalb aber nicht ihren Stolz aufgeben, stellt sie klar. Er wünscht sich eine Traumfrau, sie wünscht sich ein normales Leben, und beide wissen, dass sie eigentlich nicht dafür gemacht sind, diesen Wunsch auch Wirklichkeit werden zu lassen. Obwohl er der Auftraggeber in diesem Liebesgeschäft ist, übernimmt sie sofort diese Beziehung, manipuliert und dominiert. Bis ihr klar wird, dass sie auf François‘ größten Trick reingefallen ist: wahre Liebe.

Bestes Zitat:

„Um frei zu sein, fehlt mir der Mut“

Der Trailer zum Film.

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