Draufgeschaut: Wild Christmas


Film Wild Christmas – Höllische Weihnachten

Wild Christmas Kritik Rezension

Rudy (Ben Affleck) soll Gabriel (Gary Sinise, links) bei einem Überfall helfen.

Originaltitel Reindeer Games
Produktionsland USA
Jahr 2000
Spielzeit 104 Minuten
Regie John Frankenheimer
Hauptdarsteller Ben Affleck, Gary Sinise, Charlize Theron, Isaac Hayes, Ashton Kutcher
Bewertung

Worum geht’s?

Rudy Duncan und Nick Cassidy teilen sich eine Zelle im Gefängnis. Beide fiebern ihrer Entlassung entgegen, die unmittelbar bevor steht. Rudy, weil er endlich wieder Weihnachten mit seinen Eltern feiern kann, Nick, weil draußen seine neue Liebe auf ihn wartet: Über eine intensive Brieffreundschaft hat er sich während seiner Haft mit Ashley angefreundet und will sich nun ein gemeinsames Leben mit ihr aufbauen. Kurz vorher kommt er aber bei einer Messerstecherei im Knast ums Leben. Rudy wird allein in die Freiheit entlassen und trifft vor dem Gefängnistor auf Ashley, die extrem attraktiv ist. Kurzerhand gibt er sich als Nick aus und verbringt ein heißes Wochenende mit ihr. Da ihn Nick in der gemeinsamen Zelle in die Inhalte des gesamten Briefwechsels eingeweiht hat, fällt es ihm nicht allzu schwer, eine falsche Identität und die große Liebe vorzugaukeln. Dann taucht allerdings Ashleys brutaler Bruder Gabriel auf, der die Briefe ebenfalls kennt. Er plant einen Überfall an Heiligabend auf ein Casino, in dem Nick einst als Wachmann gearbeitet hat, und will den Ex-Knacki nun als Komplizen haben, der ihm Insider-Tipps geben soll. Rudy kann diese natürlich nicht geben und gibt zu, dass er nicht der echte Nick ist. Doch weder Gabriel noch Ashley glauben ihm – und so wird er gezwungen, bei ihnen zu bleiben und den Raub mit durchzuziehen.

Das sagt shitesite:

Wild Christmas, der letzte Kinofilm unter Regie von John Frankenheimer, ist sicherlich kein Highlight in der Filmographie des Altmeisters, aber dennoch ein sehr passabler Abgang. Zu den Stärken gehören Gary Sinise und Charlize Theron, die als Geschwisterpaar locker Ben Affleck an die Wand spielen. Dazu kommen die schlagfertigen und von beträchtlichem Zynismus getragenen Dialoge und als besonderes Schmankerl einige Seitenhiebe auf Weihnachts-Klischees. So gibt es hier beispielsweise sehr schießwütige Weihnachtsmänner und kitschige Weihnachtslieder als Hintergrundmusik bei Sexszenen, Schlägereien und Folter.

Wirklich klasse, und deutlich stärker als die Inszenierung, ist dabei das Drehbuch von Ehren Kruger, das so viele Pointen enthält, dass man selbst in den letzten Minuten von Wild Christmas noch alles für möglich hält, weil man zuvor in diesem Film gelernt hat, dass man nichts und niemandem trauen kann. Dieser Effekt passt wunderbar zum Identitäts-Dilemma von Rudy: Zunächst gibt er sich, trotz einiger Gewissensbisse, als Nick aus, weil er auf eine schnelle Nummer mit einer heißen Braut hofft. Dann will er reinen Tisch machen, muss aber erkennen, dass sein Leben für die Gangsterbande rund um Gabriel nichts wert ist, sollten sie ihm Glauben schenken. Notgedrungen spielt er mit, muss dazu aber eine Expertise erfinden, die er gar nicht hat. Zugleich zweifeln Gabriel und auch Ashley immer wieder, ob er wirklich Nick ist – und behandeln ihn wie eine Geisel, obwohl sie genau wissen, dass sie auf ihn angewiesen sind.

Rund um die Konstellation packt Wild Christmas eine gute Dosis Action, die für einen Thriller ungewöhnliche Eigenschaft, die Dinge nicht allzu ernst zu nehmen, vor allem aber eine Atmosphäre, in der, passend zu Weihnachten, alle auf die ultimative Bescherung hoffen – und in diesem Film bereit sind, dafür alle guten Vorsätze fahren zu lassen.

Bestes Zitat:

„Regel nummer eins: Niemals einen Autodieb ans Steuer lassen!“

Der Trailer zum Film.

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