Draufgeschaut: World War Z


Film World War Z

Szene aus "World War Z" mit Brad Pitt

Gerry Lane (Brad Pitt) soll die Welt vor Zombies retten.

Produktionsland USA
Jahr 2013
Spielzeit 116 Minuten
Regie Marc Forster
Hauptdarsteller Brad Pitt, Mireille Enos, Daniella Kertesz, Moritz Bleibtreu
Bewertung

Worum geht’s?

Früher hat Gerry Lane als Krisenmanager für die Uno gearbeitet und war dabei in etlichen brenzlichen Missionen im Einsatz. Jetzt hat er gekündigt und will das Familienleben mit seiner Frau un den beiden Töchtern genießen. Als sie gerade einen Ausflug nach Philadelphia machen, geraten sie allerdings mitten in ein Massaker: Zombies sind in die Stadt eingefallen und greifen jeden an, der sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringt. Bald erfährt Gerry Lane: Überall verwandeln sich die Menschen durch einen hoch ansteckenden Virus in Zombies – eine weltweite Invasion der Untoten findet statt, und niemand weiß, wie er sie aufhalten soll. Mit Hilfe seiner alten Verbindungen zur Uno kann er sich und seine Familie auf einem Flugzeugträger auf hoher See in Sicherheit bringen. Als Gegenleistung soll er allerdings noch einmal einen Auftrag übernehmen: Den Ursprung des Virus finden, und damit vielleicht den Schlüssel zu einem Gegenmittel.

Das sagt shitesite:

Man mag kaum glauben, dass World War Z auf einer Romanvorlage beruht (Max Brooks, der Autor des gleichnamigen Buchs, hat sich auch entsprechend deutlich von diesem Machwerk distanziert). Viel mehr wirkt der Film wie die Leinwand-Umsetzung eines Videospiels: ein bisschen Geschicklichkeit, ein paar düstere Hintergrundbilder aus exotischen Gegenden und vor allem reichlich Gegner, die man umballern kann.

Optisch ist das spektakulär, und auch die Anfangssequenz versteht es, die Möglichkeiten von Kino geschickt auszuschöpfen: Nach der kurzen Szene im trauten Heim der Familie Lane herrscht in diesem Film 20 Minuten lang der Ausnahmezustand. Auch danach wechseln melodramatische Passagen, mit denen World War Z womöglich versucht, familientauglich zu werden, und knallige Action-Sequenzen immer wieder ab – das ist ebenso durchschaubar wie die beinahe willkürlichen Wechsel der Schauplätze überflüssig sind.

Nervig sind dabei auch die Klischees, die World War Z pflegt. Wenn man die Welt retten will, sind Frauen (zumindest im Hollywood-Kino) im höchsten Maße hinderlich. US-Marines opfern sich besonders gerne für die gute Sache. Und Wissenschaftler sind außerhalb ihrer Fachdisziplin zu nichts zu gebrauchen.

Der Plot ist voller logischer Fehler, außer dem Helden entwickelt keine der Figuren auch nur den Hauch einer Identität, der Schluss ist eine Suppe aus Kitsch. Viel schlimmer wiegt aber das Weltbild, das dieses Werk im vermeintlich ironisch-harmlosen Genre des Zombie-Films transportiert. Die Zombies – wohlgemerkt von einem Virus befallen, also krank und damit nach herkömmlicher Meinung eigentlich hilfsbedürftig – werden hier wie Tiere inszeniert, und von den Helden des Films dementsprechend skrupellos abgeschlachtet. Gewalt oder allenfalls noch die freiwillige Abkehr von unserem bisherigen Kultur-Modell und Lebensstandard sind World War Z der einzige Schutz vor dem Fremden, Anderen, Unheimlichen. Das ist eine schockierend dumme Botschaft in Zeiten, in denen es tatsächlich jede Menge Menschen gibt, die verzweifelt versuchen, sich Zutritt zu gut abgeschirmten Wohlfühlzonen der Zivilisation zu verschaffen.

Bestes Zitat:

„Das Problem der meisten Leute ist: Sie können nicht glauben, dass etwas passieren kann, bis es schon so weit ist. Das ist keine Dummheit oder Schwäche. So ist die menschliche Natur.“

Der Trailer zum Film.

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