Durchgelesen: Geneviève Brisac – „Weekend“


Ein altkluges Kind und eine naive Mutter – so wird es ein spannendes „Weekend“.

Autor Geneviève Brisac
Titel Weekend
Verlag Frankfurter Verlagsanstalt
Erscheinungsjahr 1996
Bewertung ****

Eine rührende Geschichte von Mutter und Sohn. Nouk, einst eine berühmte Malerin, ist nun allein erziehende Beamtin und versucht, mit sich, der Welt und dem Kind fertig zu werden. Eugenio ist neun Jahre alt, er ist ihr ein und alles: Kontrahent, Kompagnon und Komplize.

Köstliche Dialoge entspinnen sich zwischen der Frau, die noch gerne von Märchen träumt und in Fantastereien schwelgt, und dem Kind, das beinahe altklug wirkt, vernünftig und nüchtern. Daraus bezieht „Weekend“ seinen Humor.

Dass es Brisac dabei gelingt, ein sehr aktuelles und sehr modernes Thema zu bearbeiten, mit einer beinahe schockierenden Pointe und einer Poesie, wie man sie in einem Roman selten liest, ist ein echtes Kunststück.

Beste Stelle: „Die Wahrheit ist, dass ich meinem Sohn beim Einschlafen zuschaue um der Schönheit dieses stillen Augenblicks willen, wegen dieser Sekunde, in der alles kippt. Ich schaue ihm beim Einschlafen zu, ich nehme mir diese Zeit meines Lebens, wie ich mir die Zeit nehme, Blumen anzuschauen. Ich tue es und versuche zu verstehen.“

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