Forkupines – „Islands“


Künstler Forkupines

Forkupines Islands Review Kritik

Nachdenklicher als auf dem Debüt sind Forkupines auf „Islands“.

Album Islands
Label Midsummer Records
Erscheinungsjahr 2019
Bewertung

Fast 400 Jahre alt ist die Feststellung „No man is an island“ mittlerweile. Auf das berühmte Zitat aus einem Buch von John Donne spielen auch Forkupines im Titel ihres zweiten Albums an. Es geht in den zwölf Songs, aufgenommen größtenteils in den Tiny Pond Studios von Sänger/Gitarrist Simon Skott und Produzent Till Westphal, um Isolation und Zugehörigkeit, letztlich um die Erkenntnis, dass wir manchmal zwar alleine sind, aber eben doch vereint in diesem gelegentlichen Gefühl, eine Insel zu sein.

„You’re not alone“, heißt es zum Abschluss der Platte in Roads – und wenn das Trost spenden soll, dann funktioniert es bestens. „It’s hard to see you’re moving on with your life / while I’m still here wasting mine“, singt Skott in Moving On, dessen emotionales Spektrum von Wut bis Wehmut reicht, von Leid bis Leidenschaft. „Why can’t I put my mind to rest“, fragt er in Envy, das gut illustriert, wie heavy, aber auch komplex Forkupines sein können.

Im Vergleich zum Debüt Here, Away From (2017) ist das heute erscheinende Islands etwas nachdenklicher, wodurch die guten Texte noch besser zur Geltung kommen. Die zwölf Lieder sind kompetent und intelligent, aber immer so erkennbar aus dem Bauch heraus, dass sie niemals Gefahr laufen, verkopft zu werden. Skott und seine Bandkollegen Christian Ermisch (Schlagzeug/Gesang) und Jens Kaufmann (Bass) beweisen dabei eine große klangliche Bandbreite: To Death schwankt zwischen Härte und Leichtigkeit, Trotz und Reue. Letters beherrscht hymnische Passagen ebenso wie Brüche. Angels Knoll ist vergleichsweise mitreißend, auch auf das passend betitelte Straight trifft das zu: Der Song könnte vielleicht auch Fans der Foo Fighters gefallen, bis dann nach zwei Minuten ein erschütterndes „We’re all alone“ erklingt – da ist er wieder, der Gedanke von der Insel.

Den Auftakt zu Islands macht Waves, das für einen Opener zunächst erstaunlich vage, schwammig und ungefähr klingt, bis Forkupines nach einer knappen Minute zuerst zeigen, wie wuchtig sie sein können und dann ihr Talent für Melodie und überraschende Arrangements offenbaren: „You’re not an island / you’re not a war“, heißt die dazugehörige Botschaft. Auch Lie To My Face kann man als typisch für den Sound des Trios aus Braunschweig betrachten: Rund um das aus dem Schmerz geborene Versprechen, sich nie wieder zu verlieben, nutzen sie auch hier die Strophe für Experimente, während der Refrain auf unmittelbare Wirkung abzielt.

Stronger ist der einzige Moment des Albums mit etwas zu viel Pathos und zu wenigen Ideen, der Song wird ertränkt von den eigenen Ambitionen. Auf praktisch alle anderen Tracks trifft zu, was sich auch über das an Biffy Clyro erinnernde Got It Wrong sagen lässt: Wer kraftvolle Gitarrenmusik liebt, wird das mögen müssen.

Ganz allein ist auch der Protagonist im Video zu Lie To My Face.

Website von Forkupines.

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