Futter für die Ohren mit Say Yes Dog, Arthur Beatrice, White Hills und Paper Beat Scissors


Sanft, aber tanzbar: So klingt die erste EP von Say Yes Dog. Foto: Benameur Promotion

Sanft, aber tanzbar: So klingt die erste EP von Say Yes Dog. Foto: Benameur Promotion

Zwei Deutsche und ein Luxemburger sind die Bestandteile von Say Yes Dog, rein geopolitisch betrachtet. Musikalisch gibt es hier leichte Synthiesounds, die Tanzbarkeit, Entspanntheit und die leicht hochnäsige Stimme von Sänger Aaron vereinen. Die erste EP des Trios ist noch einigermaßen frisch, den Titelsong A Friend (***) gibt es derzeit zum Herunterladen bei Soundcloud. Wem das als erstes Lebenszeichen nicht genügt: Auch Around My Neck (****) haben Say Yes Dog dort bereitgestellt, ebenfalls einen sehr schönen Track für den Moment, in dem man sich noch nicht so recht zwischen Fingerschnippen und Tanzen entscheiden kann.

Jake Bugg mag zwar in Rekordzeit neue Alben produzieren, die hungrigen, noch jüngeren Verfolger kann er trotzdem nicht abschütteln. Einer davon ist George Ezra. Der 19-Jährige aus Bristol hat ebenfalls eine erkennbare Vorliebe für Bob Dylan, und er hat nach dem Abschluss am Brighton Institut of Modern Music, viel Lob von der BBC, einem ersten Auftritt in Glastonbury und einer Tour im Vorprogramm von Tom Odell jetzt eine EP namens Did You Hear The Rain? am Start. Auf seiner Homepage verschenkt er ebenfalls gleich zwei Lieder, und zwar im Tausch gegen eine E-Mail-Adresse. Budapest (***) hat einen schönen Eisenbahn-Beat und einen rauen Charme, zu dem auch die Stimme von George Ezra beiträgt, die ein bisschen an Mando Diaos Björn Dixgård denken lässt.

Noch mehr Nachahmer im zarten Alter: Als „die neuen The XX“ werden Arthur Beatrice aus London gehandelt. Wer sich überzeugen will, ob das angebracht ist, wird bei Facebook fündig: Dort gibt es im Tausch gegen ein „Gefällt mir“ mir gerade den Doc Daneeka Remix der aktuellen Single Grand Union (***). Ganz prototypisch ist das allerdings nicht, denn der Remix bleibt instrumental, es fehlen also die Stimmen von Ella Girardot und Orlando Leopard, die normalerweise bei Arthur Beatrice singen, und damit ein guter Teil des Reizes dieses Quartetts. Dass sie sehr modern, sehr vielseitig und trotz der XX-Vergleiche einigermaßen eigenständig sind, beweist der Track aber trotzdem. Im Januar soll das Debütalbum kommen.

Paper Beat Scissors haben gerade ihre Europatour gestartet und zur Feier des Tages gibt es Folds (***1/2) als gratis-MP3 bei Soundcloud. Dass die Band (eigentlich eher eine Ein-Mann-Formation von Tim Crabtree, einem in Kanada lebenden Briten), live gleich als Septett auf der Bühne steht, lässt der Track kaum erahnen: Die schmeichelnde Stimme von Crabtree wird fast nur von einer akustischen Gitarre begleitet. Reduziert und äußerst hübsch ist das, und nicht die schlechteste Methode, sich in den Schlaf wiegen zu lassen.

Das Gegenprogramm, also einen veritablen „Hallo! Wach!“-Gitarrenalarm, gibt es von White Hills. Das Kollektiv um Dave W. und Ego Sensation bringt es mittlerweile auf acht Studio-Alben. “Heavy psychedelic music can deliver the thinking mind through a door to the greater universe. I want people to find a space for meditation. We all are constantly barraged and beaten down with a lot of bullshit today. Personally, I find that spaced-out extreme music transports me to a very tranquil place. I hope, more than anything, our music brings others to that place of enlightenment and ecstasy”, umschreibt Sänger Dave W. den Ansatz von White Hills. Bei Soundcloud bieten sie gerade In Your Room (***) als kostenlosen Download an. Das ist zugleich stoisch und vertrackt, ein eiskalter Trip und auf jeden Fall enorm heavy.

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