Futter für die Ohren mit Cro, Boysetsfire, New Found Land, Pissed Jeans, The Veils und ME


Cro hat allen Grund zur guten Laune - und teilt sie kostenlos mit seinen Fans. Foto: verstaerker.com

Cro hat allen Grund zur guten Laune – und teilt sie kostenlos mit seinen Fans. Foto: verstaerker.com

Viel mehr Großzügigkeit geht wohl nicht. Cro hat allen Grund anzunehmen, dass Leute seine Musik kaufen würden (zwei Millionen Mal ist dieser Fall allein innerhalb der vergangenen zwölf Monate eingetreten). Doch er verschenkt auf der Website seines Labels Chimperator gerade ein Mixtape namens Sunny (***1/2). Satte 14 Tracks gibt es darauf, und dazu noch einen 5-Euro-Gutschein für Fanartikel (die Festivalsaison ist ja schließlich in vollem Gange, und der eine oder andere sucht vielleicht noch die passende Pandamaske). Am Anfang steht ein Sample von der Echo-Verleihung, am Ende der loungige Shuko Remix der aktuellen Single Whatever. Dazwischen gibt es sehr viel gute Laune, eingängigen Deutschrap und eine beachtliche stilistische Vielfalt. Da kann man wirklich nicht meckern.

Eigentlich kommen sie aus Melbourne, in London haben sie ihre Karriere richtig in Schwung gebracht und seit einigen Monaten sind ME in Berlin ansässig. Demnächst werden sie dort einmal pro Monat sogar Gastgeber ihrer eigenen Clubnight namens Satisfactory Factory sein. Was es da zu hören gibt, ist nicht schwer zu erraten: Rock, ganz klassisch interpretiert. Muse oder Queen sind wichtige Koordinaten für das Quartett um Sänger Luke Ferris. Die neue Single Sleepwalker (***) verschenken ME derzeit im Tausch gegen eine Mailadresse auf ihrer Homepage. Wer schon immer die Mitte zwischen The Darkness und den späten Arctic Monkeys gesucht hat, wird hier bestimmt fündig, mit Wüstenflair und lupenreinem Shouter-Gesang.

The Veils haben ihren Abstecher nach Deutschland (fünf Shows in fünf Tagen) gerade hinter sich gebracht, das aktuelle Album Time Stays, We Go ist aber noch recht frisch. Auch die Neuseeländer bieten ihre aktuelle Single derzeit als Gratis-MP3 auf ihrer Website: Through The Deep, Dark Wood (***) erinnert an die White Lies, was nicht nur an wenig Gitarre und umso mehr Schlagzeug/Bass liegt, sondern vor allem an der Lust auf die richtig große Geste.

Noch mehr Gitarren und noch deutlich mehr Härte: Boysetsfire haben mit While A Nation Sleeps ein neues Album am Start, als Appetithappen gibt es auf der Website des Metal Hammer den Song Everything Went Black (**1/2) zum kostenlosen Herunterladen. Das hat eine Wucht und Entschlossenheit, die durchaus Angst machen kann. Nicht schlecht für eine Band, die im nächsten Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiert.

Apropos schlechte Laune: Das sehr famose neue Album von Pissed Jeans ist überaus empfehlenswert. Wer nach diesem Satz auch noch akustische Argumente braucht, kann auf der Seite von Sub Pop den Track Bathroom Laughter (***) für umsonst bekommen. Von den vielen wilden Tracks, die Pissed Jeans je gemacht haben, dürfte das der wildeste sein: brachial und gekrönt von einem teuflisch bösen Text.

Die Kurzform: New Found Land waren früher eine Band, jetzt steckt hinter diesem Namen nur noch Sängerin Anna Roxenholt. Das sehr schöne Album New Found Land ist schon seit dem Frühjahr zu haben, wer nach Nachschub sucht, sollte man bei Soundcloud vorbeischauen. Dort gibt es die Single Mirror im Holiday Mix (***1/2) zum Herunterladen. Die satten Drums aus der Originalversion werden hier von komplexen Percussions ersetzt, was für ein fast tropisches Feeling sorgt, der betörende Refrain bleibt erhalten. Hinter dem Mix steckt übrigens Anna Roxenholt selbst – die Frau macht jetzt wohl alles im Alleingang.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.