Durchgelesen: Zoé Valdes – „Das tägliche Nichts“


Der Roman ist eine zornige Liebeserklärung an Kuba.

Autor Zoé Valdés
Titel Das tägliche Nichts
Verlag btb
Erscheinungsjahr 1995
Bewertung ***1/2

„Eine wütende Liebeserklärung an das Land ihrer Väter“, nennt der „Spiegel“ diesen Roman. In der Tat verarbeitet Zoé Valdés, 1959 auf Kuba geboren und inzwischen in Paris lebend, hier vor allem ihre Beziehung zu dieser „Insel, die das Paradies aufbauen wollte und die Hölle geschaffen hat“, wie es gleich zu Beginn von „Das tägliche Nichts“ so schön heißt.

Auch hier ist das vor allem die Erkenntnis, unter einem falschen Stern geboren zu sein – ein Sehnen, nach anderen Orten und anderen Zeiten. „Erinnerst du dich noch?“ will sie an einer Stelle wissen, und dann fallen ihr so viele Dinge ein, die es nur in der besseren Vergangenheit gab, dass diese Frage gleich zwei Seiten füllt.

In der Gegenwart bleibt ihr nicht sehr viel, außer ihrem Fahrrad, ihren Liebhabern und der Einsicht: „In den Filmen, in den Büchern, im Leben der anderen war die Liebe nicht so.“ Die Freunde sind weg, die Eltern verblendet, der Glaube an die richtige Sache hat sich aufgelöst. Der Rest ist „Das tägliche Nichts“, in dem man sich gut einrichten kann, an dem man aber doch verzweifeln muss, von Valdés klar, eindringlich und sinnlich geschildert.

Beste Stelle: „Denk an mich, wenn es dich aber schwach macht, an mich zu denken, dann vergiss mich, ich werde verstehen.“

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