Hingehört: B.O.X.E.R. – „Sweat And Stripes“


Künstler B.O.X.E.R.

Modern kommt von Mode: Das haben B.O.X.E.R. erkannt.

Modern kommt von Mode: Das haben B.O.X.E.R. erkannt.

EP Sweat And Stripes
Label Ferryhouse
Erscheinungsjahr 2015
Bewertung

Have Mercy With The Naked hieß das Lied, mit dem B.O.X.E.R. vor einer Weile zuerst auf sich aufmerksam machten. Man darf gewiss sein, dass das Trio aus Hamburg damit nicht nur meint, die armen Menschen im Adamskostüm sollten wenigstens eine (im Bandnamen anklingende) Unterhose tragen. Damit ist es bei weitem nicht getan. B.O.X.E.R. verlangen nicht nur nach Kleidung für die Nackten, sondern nach Mode.

Kein Wunder bei diesem Hintergrund der drei Bandmitglieder: Anna Maria Nemetz und Jan Ole Jönsson modeln, sie waren unter anderem schon für Lagerfeld, Joop oder Givenchy im Laufsteg-Einsatz. Carl Jakob Haupt, der das Trio komplettiert, betreibt den Männermodeblog Dandy Diary. Und falls jemand den Zusammenhang zwischen B.O.X.E.R. und M.O.D.E. noch immer nicht verstanden haben sollte, hat die „Nachwuchs-Supergroup der deutschen Modeszene“ (Musikexpress) ihren Song Sweat And Stripes gleich noch für die neue Staffel von Germany´s Next Top Model zur Verfügung gestellt.

Das Lied ist zugleich die aktuelle Single und Lead-Track dieser EP, die am Freitag erscheinen wird.  Auch darin spielt die Mode eine wichtige Rolle: „We burn our dresses and shed a tear / to forget those memories that we held so dear”, heißt eine Zeile, und der Sound passt zur Methode, das Innenleben durch Äußerlichkeiten reinigen zu wollen. Es gibt modernen Pop, gebremst in der Strophe, deutlich aggressiver im Refrain; irgendwo zwischen Tove Lo und Charli XCX findet man da sicher einen passenden Bezugspunkt.

Die weiteren vier Tracks passen ins Schema. Happiness For A Dream ist okayer Pop mit deutlich zu pompösen Drums. Das ebenfalls enthaltene Have Mercy With The Naked ist weitaus organischer, mit hübscher Melancholie und dem vom Aussterben bedrohten Stilmittel eines Keyboardsolos ausgestattet. Die zwei ebenfalls enthaltenen Remixes machen die Musik von B.O.X.E.R. noch ein bisschen Fashion-Show-tauglicher. Was dem Trio allerdings (noch) fehlt, ist ein eigener Stil: Quasi alles auf der Sweat And Stripes-EP ist, um im Bild zu bleiben, keine Designerware, sondern Pop von der Stange.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .