Hingehört: Brothers Of Santa Claus – „Not OK“


Künstler Brothers Of Santa Claus

Brothers Of Santa Claus Not OK Rezension Kritik

In Berlin haben die Brothers Of Santa Claus diesmal aufgenommen.

Album Not OK
Label Jazzhaus
Erscheinungsjahr 2017
Bewertung

Evolution heißt der letzte Titel auf diesem morgen erscheinenden Album. Er klingt ein wenig wie der Two Door Cinema Club kurz vor dem Wegschlummern, aber er ist durchaus programmatisch zu verstehen. Denn nach dem Debüt Navigation im Jahr 2014 haben die Brothers Of Santa Claus mit Not OK einen entscheidenden Schritt nach vorne gemacht. „Es ist deutlich komplexer und eigenwilliger als das erste Album, aber man kann den gemeinsamen Ursprung trotzdem gut heraushören“, sagt Sänger Maximilian Bischofberger über die neue Platte und trifft den Nagel damit auf den Kopf.

Mit seinen Mitstreitern Jan Horst (Gitarre), Bela Hagel (Gitarre), Francesco Rezzonico (Bass) und Simon Heitzler (Schlagzeug) hat er Not OK im Funkhaus Berlin mit Produzent Alexander Sprave (Max Prosa, Me And My Drummer) aufgenommen. Das Ergebnis ist eine feine, vielseitige, einnehmende Indie-Gitarrenplatte geworden.

Die Single Figure It Out eröffnet das Album behutsam, originell und mit enormer Coolness, eine ganz ähnliche Atmosphäre hat später auch No One Ever Noticed: Das ist tanzbar, aber mit einem Hauch von Zurückhaltung, wie man das etwa bei The Virgins gehört hat. Auch Stay Away weist in diese Richtung: Die 2011 gegründeten Brothers Of Santa Claus haben darin hörbar Lust auf Attitüde und Plakatives, sind im Herzen aber Slacker.

Es sind auf diesem Album immer wieder diese kleinen Widersprüche, die dem Quintett aus Freiburg das gewisse Etwas verleihen. How Does It Feel ist eine Ballade mit einem erstaunlich funky Bass. Hold My Hand wird sexy, anzüglich und ein wenig ranzig, sodass die Konstellation „Prince meets The Strokes“ denkbar erscheint. Beinahe putzige Akustiknummern (Julika) gelingen den Brothers Of Santa Claus ebenso wie Spaß an Lärm und Lautmalerei (NDK).

Das beste Lied des Albums, auch das passt zum Selbstbewusstsein dieser Platte, ist der Titelsong. Not OK vereint alle Stärken der Band, ihren souveränen Stil, ihre exzellenten Vorbilder, ihr technisches Können. Dazu kommt in diesem Fall aber eine neue Facette im Gesang: Maximilian Bischofberger klingt hier, als ob er ausnahmsweise die Sonnenbrille abgenommen hat, mit echter Sehnsucht, verletzlich, gegen Ende sogar verträumt. Das ist nicht (bloß) okay, sondern richtig gut.

Im Wald trifft man nicht nur die Brüder des Weihnachtsmanns, sondern auch tanzende Elfen, zeigt das Video zu NDK.

Im Frühjahr sind die Brothers Of Santa auf Tour.

12.05. Freiburg, Jazzhaus

13.05. Bad Homburg, Speicher

16.05. Ostpol Dresden

17.05. Apex, Göttingen

19.05. Hamburg, Kleiner Donner

20.05. Berlin, Badehaus

26.05. Konstanz, Kulturladen

27.05. Köln, Festival

03.06. Pfaffenhofen, Open Air

22.07. Stuttgart, Marienplatzfest

Website der Brothers Of Santa.

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