Janosch Moldau – „Minor“ 1


Künstler Janosch Moldau

Cover des Albums "Minor" von Janosch Moldau

Bei „Minor“ ist der Albumtitel womöglich auf die Songqualität bezogen.

Album Minor
Label Motor Music
Erscheinungsjahr 2015
Bewertung

„Hallo! Ich bin Janosch. Willst du ficken?“ So klingt es wahrscheinlich, wenn Janosch Moldau flirtet. Es ist eine sehr dumme, plumpe, durchschaubare und empörende Methode. Und mit genau diesem Ansatz macht er auch Musik.

Die Aussage dabei lautet: „Hallo! Ich bin Janosch. Ich bin sensibel, traurig und auf der Suche nach Gott.“ Die Mittel der Wahl für Minor sind viel Hall auf der Stimme, was wohl besonders bedeutungsvoll wirken soll, pseudo-mysteriöse Elektronik und ein Ausmaß an Kitsch, wie es wahrscheinlich selbst Rudolph Moshammer nicht ertragen hätte.

Der Auftakt Done Wrong klingt, als hätten Erasure all ihren Geschmack verloren. The Other Side (mit Thomas Lang von The Robocop Kraus am Bass) bietet eine Klaviermelodie wie von den Entspannungsmusik-CDs, die man bis vor ein paar Jahren im Dreierpack beim Discounter kaufen konnte. Spätestens bei Shiner, dem achten von elf Liedern auf Minor, ist ein Ausmaß an Weinerlichkeit erreicht, bei dem man Janosch Moldau dringend in ein sibirisches Boot-Camp schicken möchte, am besten für immer.

„I hope to find silence“, singt er in State Of Hurt, und diesem Wunsch schließt man sich schnell an. The Harbour, einer von vier Songs, die der Österreicher Gerhard Potuznik (Chicks On Speed, Mediengruppe Telekommander) mit produziert hat, wird textlich noch mieser: „The harbour is a place / where people do have space“, lauten tatsächlich die ersten Zeilen. Später versucht sich Janosch Moldau in We Both Feel Minor auch noch an lateinischen Texten, garniert mit Eurodance-Synthesizern.

In Jesus Denies entsteht ein groteskes Gefälle zwischen der Thematik und der mit dünnem Stimmchen vorgetragenen, heiligen Einfalt des Textes. Auch Precious Life zeigt einen so prätentiösen und lächerlichen Umgang mit christlicher Symbolik, dass der 40-Jährige hoffentlich bestimmt bald die Inquisition am Hals hat.

Minor zeigt, wie schlimm es enden kann, wenn verwirrte junge Menschen zu viel Depeche Mode hören, Boy George nicht verstanden haben und aus der Tatsache, dass sie unter dem höchsten Kirchturm der Welt aufgewachsen sind (Janosch Moldau kommt aus Ulm) die völlig falschen Schlüsse gezogen haben. Die Verzweiflung unserer Zeit muss groß sein, wenn man sich klar macht, dass der Typ hier schon sein viertes Album innerhalb von zehn Jahren vorlegt und es offensichtlich Menschen gibt, die Geld dafür ausgeben, dieses Geseier zu hören. Aber es gibt ja auch Leute, die dafür bezahlen, sich die Arschbacken zusammenpiercen zu lassen.

Auch sehr klug: Das Video zu The Harbour spielt am Hafen.

Achtung! Im September ist Janosch Moldau auf Tour.

04.09.15 Leipzig – NCN Festival
05.09.15 St Goarhausen – In Extremo Jubiläum
06.09.15 Dortmund – FZW
08.09.15 Frankfurt – Nachtleben
09.09.15 München – Feierwerk
17.09.15 Krefeld – Kufa
18.09.15 Neunkirchen – Tanzritual Festival
19.09.15 Berlin – K17
30.09.15 Hamburg – Knust

Homepage von Janosch Moldau.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Ein Gedanke zu “Janosch Moldau – „Minor“

  • Katiza katioucha zawatzki

    Wieso sind alle immer im netz, wo sie anonym sein koennen, so uebergriffig……arme sau ……der autor…..