Hingehört: Kleerup – „As If We Never Won“


Künstler Kleerup

Sechs Tracks und vier Gastsängerinnen bietet Kleerup auf seiner Mini-LP.

Sechs Tracks und vier Gastsängerinnen bietet Kleerup auf seiner Mini-LP.

EP As If We Never Won
Label Warner
Erscheinungsjahr 2014
Bewertung

Kleerup ist selbstverständlich kein Geschirrspülmittel auf biologischer Basis, kein Virenscanner und auch keine Spezialeinheit bei der Mordkommission Groningen. Sondern der Nachname des Mannes, der einen ziemlich großen Anteil daran hatte, die Karriere von Robyn wieder in Gang zu bringen: Andreas Per Kleerup war Co-Autor von With Every Heartbeat und brachte seine schwedische Landsfrau damit im Jahr 2007 auf Platz 1 der Charts im UK.

Im Jahr darauf legte Kleerup sein Debütalbum vor, 2012 gab es mit Aniara eine weitere (nur in Schweden veröffentlichte) Platte. As If We Never Won ist nun die erste von zwei Mini-LPs, die er angekündigt hat – im internationalen Maßstab also das erste musikalische Lebenszeichen von Kleerup nach ziemlich langer Zeit.

Was hat Kleerup also zwischen 2008 und heute getan? Nimmt man die sechs Tracks von As If We Never Won als Maßstab, dann hat er sich ziemlich intensiv mit den Eighties beschäftigt. Das Ergebnis ist angenehm, aber weder sonderlich innovativ noch mit eigenem Charakter oder Überraschungen: Synthiepop, der in den Achtzigern verwurzelt, aber nicht unterkühlt ist, machen mittlerweile viele.

Der instrumentale Auftakt Sad Boys dürfte Jean Michel Jarre oder Giorgio Moroder gefallen, danach klingt Susanne Sundfor in der Single Let Me In ein wenig, als wolle sie sich bei den B-52s bewerben. Reichlich prominente Gast-Sängerinnen gibt es auch danach auf As If We Never Won: Mit Jenny Wilson (First Floor Power) macht Kleerup in To Die For einen Abstecher zu den Balearen. Mit Malin Dahlstrom von Niki & The Dove geht die Reise in Rock U noch ein Stück weiter in Richtung Achtziger; Pat Benatar oder Fleetwood Mac könnten da die Vorbilder sein, was gut zur herben Stimme von Dahlstrom passt.

Der Titelsong ist ein Duett von Kleerup mit Maja Ivarsson (The Sounds). Der Track ist leider eher träge als verträumt, was auch daran liegt, dass der Text (wie auch in den anderen Liedern) ausschließlich aus Floskeln besteht. Hier gilt wie für den Rest von As If We Never Won: Das ist schön, aber unbesonders. Erneut bleibt, wie bei den übrigen Beiträgen, die Frage offen, warum Kleerup diesen Song machen musste.

Am Ende steht Thank God For Sending Demons, Kleerup singt darin zur akustischen Gitarre. Das ist passabel, aber erst recht ein Stilbruch auf einem Mini-Album, dem es bei nur sechs Liedern schon zuvor nicht gelungen ist, einen roten Faden zu spinnen. Die Zahl derer, die sein nächstes, bereits angekündigtes, Mini-Album sehnsüchtig erwarten, dürfte mit As If We Never Won nicht gerade gestiegen sein.

London und Instrumente – das reichlich sparsame Video zu Let Me In.

Homepage von Kleerup.

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