Hingehört: Luna Sol – „Blood Moon“


Künstler Luna Sol

Cover des Albums Blood Moon von Luna Sol

Der Blood Moon scheint in diesem Fall über die Rocky Mountains.

Album Blood Moon
Label Cargo
Erscheinungsjahr 2015
Bewertung

Wenn auf einer Platte John Garcia (unter anderem Kyuss), Dizzy Reed (unter anderem Guns’N’Roses) und Nick Oliveri (unter anderem Queens Of The Stone Age) mitspielen, dann erwartet man natürlich keine Beschaulichkeit, keine Computersounds und keine Balladen. Sondern ein Brett.

Sie alle spielen auf Blood Moon mit, dem Debütalbum von Luna Sol. Wie sehr diese Platte der Macht von Gitarrenmusik huldigt, überrascht dann aber trotzdem. Dies ist R-O-C-K. Gerne mit dem Attribut „hard“, noch lieber mit der Zuordnung „Stoner“.

Hinter Luna Sol steckt in erster Linie David Angstrom (Supafuzz, Hermano, Black Cat Bone). Er kommt aus Kentucky, lebt aber seit 2012 in den Rocky Mountains nördlich von Denver, Colorado. Dorthin hat er die oben genannten Freunde eingeladen. Vor allem aber hat er sich neue Mitstreiter in der Gegend gesucht: Pat Gill (Schlagzeug), Shanda Kolberg (Gitarre und Gesang) und Shannon Fahnestock (Bass und Gesang) komplettieren das Quartett. Aufgenommen wurde direkt vor der Haustür, auch das Artwork kommt aus regionaler Fertigung: Tattoo-Künstlerin Christel Perkins aus Denver hat es entworfen.

Die Berge sind das wichtigste Thema der Platte – und ein passendes Sujet für den kraftvollen, majestätischen Sound von Luna Sol. John Garcia (Vista Chino, Hermano, Kyuss), der im prototypischen December den Gesang beisteuert, beschreibt Blood Moon als „düstere, kurvenreiche Fahrt den Berg hinunter“ und fasst das Werk damit gut zusammen.

Erwartungsgemäß ist es eine ziemlich temporeiche Abfahrt. Die Platte beginnt mit dem durchdrehenden Bass von Bridges, beinahe könnte man da glauben, es würden gleich Rage Against The Machine loslegen. Pretty Rotten, der beste Song auf Blood Moon, könnte bei zart besaiteten Hörern für den einen oder anderen Alptraum und bei Fans des Genres für ordentlich Muskelkater im Nacken sorgen, Nick Oliveri trägt am Bass seinen Teil dazu bei.

Gelegentlich gönnen sich Luna Sol ein wenig Roll zu ihrem Rock (Standley Lake), manchmal wird das Tempo gedrosselt wie in Death Mountain, das deshalb aber nicht weniger bedrohlich wird. Greg Martin von den Kentucky Headhunters spielt darin die Slidegitarre, für Leadville hat David Angstrom aus der alten Heimat sogar noch ein Banjo mitgebracht. Der Schlusspunkt In The Shadows zeigt, wie gerne das Quartett mit filmisch angehauchten Elementen spielt, die Textzeilen wirken auf diesem Album ohnehin durchweg wie die Sprechblasen einer Graphic Novel aus dem Horrorgenre.

Manches ist ein wenig zu konventionell und selbstverliebt (vor allem Operator gerät zu lang und zu langweilig), Fans von Stoner Rock dürften bei Luna Sol aber feuchte Augen bekommen. Und Fans von Rock (ohne Stoner) immerhin noch ein ordentlich durchgeschwitztes T-Shirt.

Ein Trailer zum Album.

Homepage von Luna Sol.

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