Hingehört: New Kids On The Block – „Thankful“


Künstler New Kids On The Block

Thankful New Kids On The Block Kritik Rezension

Nach mehr als 30 Jahren entdecken NKOTB mit „Thankful“ das EP-Format.

Album Thankful
Label NKOTB Music
Erscheinungsjahr 2017
Bewertung

Mehr als 80 Millionen Alben haben die New Kids On The Block weltweit verkauft. In ihrer Blütezeit, ungefähr zwischen 1988 und 1991, brachte es die Band aus Boston auf drei Nummer-1-Hits in ihrer amerikanischen Heimat. Nachdem das Konzept der Boygroup recht lange brach gelegen hatte, bahnten sie mit ihrem Erfolg zudem den Weg für die wenig später folgenden Backstreet Boys, Take That & Co. Das bedeutet: Es gibt wahrscheinlich reichlich Frauen auf der Welt, die heute um die 40 sind und denen ihre einstige Vorliebe für Joey McIntyre, Donnie Wahlberg, Danny Wood, Jordan Knight und Jonathan Knight mittlerweile etwas peinlich ist.

Noch peinlicher ist allerdings die Tatsache, dass die New Kids On The Block sich mit einem Ende ihrer Karriere nicht abfinden wollen, obwohl sie längst weder New noch Kids sind. Nach dem Aus der Band im Jahr 1994 gab es 2007 ein Comeback, 2013 mit 10 auch ein neues Album und nun die EP Thankful, die wohl die gerade startende „Total Package Tour“ gemeinsam mit Paula Abdul und Boyz II Men befeuern soll.

Es ist dabei gar nicht so schlimm, dass die Mitglieder zusammengezählt mittlerweile 234 Jahre alt sind. Viel schwerer wiegt, dass ihr Talent stets überschaubar war und vom einstigen Appeal (süßer Harmoniegesang, ein bisschen hartes HipHop-Image an der Oberfläche, eingängige Songs) nichts geblieben ist.

Heartbeat macht den Auftakt und setzt, wie originell, auf einen Herzschlag, der den Rhythmus vorgibt und eine langweilige Strophe untermalt, die von einem plumpen Refrain abgelöst wird, wobei beide Teile überhaupt nicht zusammen passen. Der folgende Titelsong fährt im Beat ein paar Modernismen auf, hat aber ebenfalls eine völlig beliebige Melodie. Die Single One More Night ist zwar immerhin tanzbar, klingt aber wie ein Stück von der Resterampe von Justin Timberlake.

Hard (Not Luvin U) hat zwei oder drei gute Ideen, bleibt aber viel zu zahm, das abschließende Still Sounds Good bietet nicht nur reichlich Selbstreferenzen (und einen erstaunlich überzeugenden Rap von Donnie Wahlberg), sondern auch ein Nena-Sample, womöglich als kalkuliertes Gimmick für die normalerweise besonders treuen deutschen Fans.

Joey und Donnie (bei Boybands darf man es bei den Vornamen belassen) haben an diesem Track mitgeschrieben, der Rest der Stücke stammt von Songwritern, die beispielsweise schon für Usher, One Direction, Chris Brown, Blue, Justin Bieber und Jennifer Lopez gearbeitet haben. Für sie alle gilt, höflich formuliert: Sie waren klug genug, ihr wirklich gutes Material für Künstler aufzuheben, die nicht sei mehr als einem Vierteljahrhundert auf dem absteigenden Ast und kreativ wie kommerziell auf völlig verlorenem Posten sind. „Thankful“ ist man am Ende nur, dass dieser Mist nicht gleich auf Albumlänge ausgedehnt wird.

Verdächtig oft sind die Jungs im Video zu One More Night im Halbschatten oder Gegenlicht.

Website der New Kids On The Block.

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