Hingehört: OHHMS – „Cold“


Künstler OHHMS

Cover der EP "Cold" von OHHMS bei Holy Roar

Zwischen Stoner und Metal bewegen sich OHHMS auf ihrer zweiten EP.

EP Cold
Label Holy Roar Records
Erscheinungsjahr 2015
Bewertung

Tonträger, auf denen es nur zwei Titel gibt, sind normalerweise Singles. Bei OHHMS ist das anders. Cold hat zwar nur zwei Tracks, ist aber eine EP. Und der Grund dafür ist ganz einfach: Die Jungs des britischen Post-Metal-Quintetts packen immer gleich fünf Songs in einen. Mindestens.

Schon ihre Debüt-EP Bloom 2014 hatte nur zwei Tracks, die sich insgesamt über mehr als eine halbe Stunde Spielzeit erstreckten. Das Prinzip behält die Band aus Kent auch für Cold bei. Auch hier gibt es zwei Songs mit einer Gesamtspielzeit von 32:57 Minuten.

Wie das funktioniert, zeigt schon The Anchor, das erste der beiden Stücke. Es dauert knapp anderthalb Minuten, bis sich die Gitarre hörbar aus einem weichen Nebel herauswagt. Dann scheinen sich die weiteren Instrumente nach und nach ebenfalls mit letzter Kraft herbeizuschleppen, bis schließlich nach gut drei Minuten der Gesang einsetzt. Nach acht Minuten (also kurz vor der Halbzeit!) ist der Song dann längst zum Beserker mutiert.

„We set sail“, skandiert Sänger Paul Waller, und so wie er das singt, sollten sich nicht nur die Fische und Badegäste vor dieser Ankündigung fürchten, sondern auch sämtliche Seeungeheuer der sieben Weltmeere. Am Schluss gibt die Band noch einmal mächtig Gas, und so zeigt The Anchor sehr unnachgiebig wie der Sound von OHHMS funktioniert: Das ist Stoner-Doom-Rock mit etlichen klassischen Elementen, aber in jedem Moment viel zu heavy, um jemals Prog-Verdacht aufkommen zu lassen.

Das zweite Stück, Dawn Of The Swarm, untermauert das. Wenn Audioslave mal richtig schlecht geschlafen haben, könnten sie vielleicht so klingen. Die Gitarren sind etwas weniger wuchtig, dafür giftiger. Kurz fragt man sich, was Paul Waller wohl in den ausgiebigen instrumentalen Passagen macht, und als der dann wieder anfängt zu singen, ist sofort klar: Wahrscheinlich führt er sich schleunigst riesige Mengen an Tee mit Honig und Salbeibonbons zu, um seine Stimme wenigstens noch ein paar Wochen vor dem totalen Kollaps zu bewahren. Besonders spannend: Nach gut drei Minuten gibt es einen winzigen Break, und kurz glaubt man, es würde ein neuer Song beginnen. Aber natürlich ist das OHHMS. Es beginnen also noch zig neue Teile, und alle gehören zu Dawn Of The Swarm.

OHHMS spielen The Anchor live.

OHHMS bei Bandcamp.

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