Hingehört: Soldout – „More“


Künstler Soldout

Soldout sind auf "More" fast immer mutig und gerne etwas düster.

Soldout sind auf „More“ fast immer mutig und gerne etwas düster.

Album More
Label Flatcat Recordings
Erscheinungsjahr 2013
Bewertung

Der Kalauer zuerst: More von Soldout ist noch nicht ausverkauft. Ganz im Gegenteil: Aktuell Platz Nr. 325.547 in den Musik-Verkaufsrängen bei Amazon, 44.058 Hörer bei Last FM und 48.861 Aufrufe für das Video zur aktuellen Single bei YouTube sind keine allzu berauschende Bilanz.

Das liegt allerdings nicht unbedingt an der Musik, sondern vielleicht eher daran, dass man originellen Elektropop nicht unbedingt aus Belgien erwartet. Dort sind Charlotte Maison und David Baboulis zuhause, in ihrem eigenen Studio in Brüssel haben sie im vergangenen Jahr More, ihr drittes Album seit der Gründung von Soldout im Jahr 2004, aufgenommen.

Den Entstehungsort hört man More allerdings in keiner Weise an, und das Jahr auch nur bedingt. Denn vieles ist hier stark von den Achtzigern geprägt, etwa About You mit seinen OMD-Anleihen oder der Rausschmeißer No More Pride, der noch ein Stück weiter zurück in der Zeit zu schreiten scheint, hinein in die Jahre, als die Idee, Tanzmusik aus rein synthetischen Zutaten zu machen, gerade erst geboren wurde. Für Right Now gilt das ebenfalls: Der Opener kommt lange fast ohne Beat aus, entwickelt innerhalb von knapp fünf Minuten aber doch noch ordentlich Punch und ist mit Zeilen wie „It’s not too late to be a child / ’cause you’re fading away“ auch ein gutes Beispiel für die Vorliebe von Soldout für etwas düstere Themen.

Vieles an den Beats von David Baboulis ist sehr reduziert, der Gesang von Charlotte Maison hat meist eine reizvolle Distanz zur Musik. Lieder wie Wazabi mit seinen Stimmeffekten, einem überraschenden Orgelsound und einem ausgiebigen Handclap-Finale oder das unterschwellig bedrohliche A Drop Of Water zeigen, wie einfallsreich dieses Duo sein kann.

Am besten sind Soldout allerdings, wenn sie den Fokus auf Pop legen: Die Single 94 deutet das mehr als nur an, mit einem schönen Digital-Groove und einer Keyboardmelodie, die ebenso einfach wie wirkungsvoll ist. Auch das eingängige Off Glory oder das sonnige Far Away fallen in diese Kategorie. Der Höhepunkt ist Relics: zugleich niedlich und kraftvoll, traditionsbewusst und modern, Cyndi Lauper und Icona Pop.

Die Single heißt zwar 94, klingt aber nach Eighties:

Homepage von Soldout.

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