Hingehört: Ben Hamilton – „Bull In A China Shop“


Wer hätte gedacht, dass ein "Bull In A China Shop" so langweilig sein kann?

Künstler Ben Hamilton
Album Bull In A China Shop
Label Virgin
Erscheinungsjahr 2007
Bewertung *1/2

Elefant im Porzellanladen? Von wegen! Ben Hamilton ist eher so etwas wie ein warmer Löffel im Butterfass. Oder ein Wattebausch in einer Wolke. Denn Bull In A China Shop ist eine dieser Platten, die man hören kann, ohne dass sie einem etwas sagen. Oft hilft es dann, die Platte noch einmal zu hören, und nochmal, um ihre verborgene Schönheit zu entdecken. Doch bei Ben Hamiltons zweitem Werk ist das zwecklos: Nichts bleibt hier hängen, egal wie sehr man es versucht.

Die ersten zehn Sekunden klingen noch wie Wonderwall, und dann setzt der Gesang des 2,10-Meter-Manns ein. Die Stimme erinnert an US-Vorbilder wie Matchbox 20 oder die Wallflowers, ist heiser und rauchig – und Radiomacher verwechseln diese Eigenschaften ja gerne mit Charakter und Intensität. Dabei kommt das Heisere nur davon, dass die Sänger jahrelang geschnorrte Zigaretten geraucht haben, während sie Lyrik schrieben, die niemand wollte.

Der Titelsong lässt danach an die dritte Britpop-Liga denken, Dodgy meinetwegen (kennt die noch jemand?) oder Hurricane #1. Spätestens beim Gitarrensolo von Forrest Love, dem drittem Stück, ist man tödlich gelangweilt von dieser Platte.

Es gibt ein paar Refrains mit Potenzial im James-Blunt-Sinne (Milestone, Satan Is Drag), doch selbst die klingen eher müde als mitreißend. Natürlich tauchen im Presse-Info die Worte „hand made“ auf, und das ist immer ein Warnsignal (ebenso wie zwei weitere biografische Fakten: Exil-Engländer und Vorprogramm von Fury In The Slaughterhouse). Man kann dieser Platte wirklich nichts vorwerfen. Außer dass sie klingt wie Phil Collins mit schlechteren Melodien. Vor zwölf Jahren.

Ben Hamilton spielt Avenue Of Plenty live in Hamburg:

Ben Hamilton bei MySpace.

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