Hingehört: Blink 182 – „Enema Of The State“ 9


Punkrock à la Hollywood: So klingen Blink 182.

Künstler Blink 182
Album Enema Of The State
Label MCA
Erscheinungsjahr 1999
Bewertung ***1/2

Vielleicht ist es ja genau das, was ich an Amerika mag. Diese Oberflächlichkeit in allen Dingen. In MTV, im Patriotismus, in den Waffengesetzen, in der Prüderie, in der Todesstrafe.

Und natürlich in Hollywood. Da passen Blink 182 sehr gut hin. Sie sind der perfekte Soundtrack für all diese College-Filme, in denen auch mal eine wilde Party gefeiert wird, von Nebenfiguren illegale Drogen konsumiert werden und der Hauptdarsteller womöglich sogar ein Tattoo hat. Alles ist hier doppelbödig. Sie sehen eigentlich brav aus, sind aber rebellisch gestylt. Es ist ihnen ernst mit ihrer Musik, aber in ihren Videos laufen sie permanent nackt umher und veralbern sich selbst. Und sie spielen eigentlich Hardcore, aber mit Popmelodien. Oder umgekehrt.

Das aber spielen sie sehr gekonnt. Der Sound hat genau die richtige Härte, die Kompositionen sind inspiriert, ohne je das Genre zu sprengen. Denn natürlich wird hier nichts neu erfunden, schon gar nicht die Rockmusik. Was Blink 182 aber von zahllosen vergleichbaren Bands abhebt, sind die Melodien. Und – man höre und staune – die Texte. „This world´s an ugly place / but you´re so beautiful to me“ aus Going Away To College etwa. Oder die desillusionierende Feststellung „Nobody likes you when you´re 23“ aus What´s My Age Again?, das zu den großen Würfen gehört, die Blink 182 gelingen, wenn wirklich alles zusammenpasst. „My friends say I should act my age / what´s my age again?“ Oder die – jawoll – Geschichte von Adam´s Song. Natürlich der Kracher All The Small Things. Jungensmusik. Kann man sehr gut im Auto hören. Und man darf dazusogar ein wenig mit dem Kopf wackeln. Wenn es keiner merkt.

Eine Coverband mit dem schönen Namen Drink 182 hat das Video zu All The Small Things nachgestellt:

Blink 182 bei MySpace.