Brainpool – „Painkiller“ 1


Künstler Brainpool

Der „Painkiller“ funktioniert hundertprozentig – aber mit Nebenwirkungen.

Album Painkiller
Label Epic
Erscheinungsjahr 1995
Bewertung

Der Sound ist diesmal ein bisschen dünner. Dabei hat erneut Michael Ilbert produziert. Jener Michael Ilbert, der Anfang der 1980er Jahre Gyllene Tider ganz groß gemacht hat. Zumindest in Schweden. Auch Brainpool haben – trotz englischer Texte und sagenhafter Songs – nicht den internationalen Durchbruch geschafft. Als Vorband bei Roxettes Crash! Booom! Bang!-Welttournee zu spielen, hat den vier Kerls wohl eher geschadet denn genutzt.

Die Songs haben aber nach wie vor Weltklasse-Format. Noch immer himmlische Kracher wie Ready! Steady! Go! oder Holidays, dazu auch erste Versuche mit großen Orchestersound. Das hilft natürlich bei der notwendigen Weiterentwicklung, geht aber auf Kosten der Stringenz und der Geschlossenheit.

So sind diesmal im Gegensatz zum Erstling hier auch Songs auszumachen, die aus den anderen noch herausragen. Some Days Are Made For Smoking verbindet Jan Kasks superbe Lyrik mit einer Traum-Melodie und einem Hit-Rhythmus. „I lock my door and stay in bed / I dream of love in gold and red / maybe it´s silly but I do it anyway.“ Noch einen Tick treffender gelingt Invisible To Her, bei dem die vielfältigere Instrumentierung mit Tasteninstrumenten, Oboe und Hintergrund-Ahs am besten integriert wird. „And when she walks you think she´s dancing / and she´s got flowers in her hair / she´s selling Miller and Bukowski / and all the boys are going: ah.“ Auch in Ha Ha Ha Ha Honey stützen die neuen Einflüsse (hier in Form von satten Blechbläsern) die Song-Dramaturgie. Ein Burner.

Balladen kann man ohnehin lange suchen. Geschlafen wird nicht, stattdessen gibt es Breakfast In Bed. „We´re having breakfast in bed / and it goes straight to my head / you offer me your sugar and honey and juice / breakfast in bed.“ Selten hat ein Hausmann-Lied dermaßen gerockt. Reichlich Zucker und Honig werden dann auch gleich auf Smile geschüttet. „My life was cold, my days were blue / until the day when I met you.“ Erst ganz am Schluss die rettende Pointe: „My life was cold, my days were blue / and nothing changed when I met you.“

Zum Abschluss dann doch noch ein ruhiges Stück. Ganz leise, mit Jan Kasks perfekter Popstar-Stimme ganz im Vordergrund. Natürlich eine Liebeserklärung. „So if you need a hand / someone to understand / someone to share your plans / then baby I´m your man.“ Schließlich übernimmt eine Schweinerock-Orgel, kurz unterbrochen von ein paar Holzbläsern.

Ja. Brainpool sind reifer geworden. Aber im Kern machen sie nie etwas anderes als Rockmusik. Naiv, lebendig, betörend.

Bandstarter gibt es leider nur mit Standbild:

Brainpool bei MySpace.


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