Hingehört: Brokof – „Softly, Softly, Catchee Monkey“


Brokof machen aus "Softly, softly, catchee monkey" ein Geheimnis. Und ein Fest.

Brokof machen aus "Softly, softly, catchee monkey" ein Geheimnis. Und ein Fest.

Künstler Brokof
Album Softly, Softly, Catchee Monkey
Label Goldrausch Records
Erscheinungsjahr 2010
Bewertung ***1/2

„Ganz ruhig, Brauner“ will uns der Albumtitel sagen. Oder aber (für alle, die mit Richard Wagner nicht so viel anfangen können): „Ganz entspannt, immer schön langsam.“

Das führt allerdings gewaltig in die Irre. Denn Softly, Softly, Catchee Monkey ist ein Album, mit dem man sofort warm wird. Voller Hymnen, Pop-Sensibilität, Ausgelassenheit. Wilco, die Long Winters oder Pedro The Lion heißen die Paten.

Die hier tätigen Musiker heißen Fabian Leistner, Arne Berger, Rocco Weise und Christian Kohler. Viel mehr ist über sie kaum zu erfahren – außer, dass sie seit 2007 zusammen als Brokof musizieren und in Berlin gemeinsam ein Tonstudio betreiben. Das hört man Softly, Softly, Catchee Monkey durchaus an: Die Platte ist extrem ausgereift, hat aber trotzdem die Unbekümmertheit eines Debüts.

Welcher aus dem Quartett der Sänger ist, bleibt leider ein Geheimnis. In jedem Fall erinnert seine Stimme aber stark an Markus Acher von The Notwist und Karl Wallinger von World Party. Auch das führt dazu, dass man sich hier unmittelbar zuhause fühlt. Devils & Sharks kommt zum Auftakt mit Kneipenklavier und Mundharmonika daher und verbreitet so eine famose Heiterkeit. Danach wird Smile sogar noch besser: Die Gitarre scheint ihre eigene Freiheit zu feiern, indem sie zu einem Polkabeat auf dem Tisch tanzt, der Rest ist pure Euphorie. Ein Hit.

Danach gibt es Gitarren-Wände (This Place), elegante Melodien (Queen Of Dirt) und Lo-Fi-Lovesongs (Lonesome Times) satt, manchmal stoisch wie Velvet Underground, manchmal ganz virtuos wie bei Electric Soft Parade, manchmal fast so durchgeknallt wie Clap Your Hands Say Yeah. Niemals werden Brokof dabei aufdringlich – und das macht Softly, Softly, Catchee Monkey um so beeindruckender.

Die Frage, wer nun eigentlich der Sänger ist, beantwortet auch das sehr unterhaltsame Video zu Smile leider nicht:

Brokof bei MySpace.

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