Hingehört: „Crash – The Best In Nu Rock“ 2


„Crash – The Best Of Nu Rock“ packt zusammen, was nicht zusammen gehört.

Künstler Diverse
Album Crash – The Best In Nu Rock
Label Warner
Erscheinungsjahr 2001
Bewertung **

Was am „Nu Rock“ nun eigentlich neu sein soll, erklärt auch Crash – The Best In Nu Rock nicht. Derzeit gefeierte Acts wie Limp Bizkit oder Linkin Park kochen nach dem selben Rezept, das Bands wie Faith No More, Rage Against The Machine, Dog Eat Dog oder die Red Hot Chili Peppers schon vor fast zehn Jahren (und die Beastie Boys sogar noch eher) kreiert haben: Rock mit Rap. Crossover hat man damals dazu gesagt.

Neu ist nur, dass man den Kids zum angeblich noch nie da gewesenen Sound diesmal auch gleich die passenden Klamotten, Sportarten und Körperverzierungen verkauft.

Die Marketingoffensive funktioniert offensichtlich, und Crash – The Best In Nu Rock kann durchaus als erste Zwischenbilanz des Hypes herhalten. Denn tatsächlich sind einige der populärsten Nu-Rocker vertreten. OPM mit dem groovigen Stash Up, Sugar Ray mit dem etwas uninspirierten Personal Space Invader, die Donots mit dem hübschen My Superhero oder Linkin Park mit dem eiskalten Crawling.

Typisch für derlei Compilations ist allerdings auch, dass fleißig zusammengewürfelt wird, was nicht zusammengehört. Flavor Of The Week von American HiFi etwa ist ein guter Powerpop-Song, aber genauso wenig „Nu Rock“ wie der Party-Punk von The Living Ends Roll On, der Effekt-Grunge von Staind, der Techno-Metal von Static-X oder Creeds Unterhemden-MOR-Sound. Auch Teenage Dirtbag von Wheatus und Clint Eastwood von den Gorillaz sind natürlich kein Nu-Rock, dafür aber kaufträchtige Hits.

Unterm Strich bietet Crash Nu-Rock aus der ersten und zweiten Reihe, einiges Artverwandtes, etliches Artfremdes und eine okaye Platte mit Gitarren.

Eiskalt scheint hier auch der Dreh gewesen zu sein: Der Clip zu Linkin Parks Crawling:


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