Hingehört: Diane Wegmann – „Im Zweifelsfall noch immer“


Das Cover lässt es schon ahnen: Diane Weigmann fehlen hier Ecken und Kanten.

Künstler Diane Weigmann
Album Im Zweifelsfall noch immer
Label Warner
Erscheinungsjahr 2007
Bewertung **

Einst mischte Diane Weigmann mit den Lemonbabies den deutschen Pop auf. Nach dem Solo-Hit Das Beste legt die 33-Jährige nun ihr zweites Album vor. Man merkt Im Zweifelsfall noch immer an, dass hier jemand am Werk ist, dem die Sache enorm am Herzen legt, und der mittlerweile eine Menge davon versteht.

Die Platte ist tatsächlich, wie es im Presse-Info heißt, „geschmeidig wie ein Speckstein, den man jahrelang in der Jackentasche mit sich herumgetragen hat“. Das ist auch das Problem des Albums: Es fehlt nicht nur ein roter Faden sowie etwas Eigenes und Unverwechselbares. Auch ein paar Ecken und Kanten hätten nicht geschadet.

Stattdessen gibt es hier viele Hits, die im besten Falle wie Christina Stürmer plus Eleganz klingen. Das beschwingte Genauso, das schlaue Alles anders – alles besser?, vor allem aber das federnde, angenehm zurückhaltende Kein Wort.

Du versprichst mir den Sommer und Drüberstehen sind immerhin ganz niedlich, Von hier ins jetzt ist eine Minute lang spannend (dauert aber drei), Ein Drittel bis zu mir imitiert gekonnt den Coldplay-Sound. Auf Dauer ist das aber zu süß – und manchmal gerade deshalb so peinlich (Schlüsselkind), weil man merkt, wie ernst es der Sängerin damit ist. Ihre Lieder hätten alle eine Notwendigkeit, sagt Weigmann, „das sind dann die Lieder, die ich nicht weggeben kann, die ich nicht in fremde Hände legen kann“.

Erstaunlicherweise sind sie gleichzeitig enorm intim und völlig banal. Zucker statt Zitrone.

Bei Inas Nacht wurde Kein Wort noch ein bisschen angenehmer und zurückhaltender:

Diane Weigmann bei MySpace.

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