Hingehört: Gregory Darling – „Shell“


Was soll man von einer Platte erwarten, die wie eine Tankstelle heißt?

Künstler Gregory Darling
Album Shell
Label Soulfood
Erscheinungsjahr 2007
Bewertung 1/2

Ein Bullshit-Detektor ist eine wichtige Sache. Nicht nur, aber gerade auch in der Musik. Falls jemand nicht weiß, was das ist, dann gibt es hier einen kleinen Test.

Angenommen man bekommt eine CD in die Hand gedrückt von einem Mann, der zur Musikschule (!) gegangen ist und 1990 (!) mal einen halben Hit (!) mit seiner Band hatte. Der danach als Session-Musiker (!) unterwegs war und nun (!) sein erstes Solo-Album aufgenommen hat, und zwar im Studio von Julian Lennon (!), am Meer (!) in Frankreich (!). Der im Booklet seinen Eltern dankt, dafür, weil sie ihn gemacht haben (!). Und dessen Referenz für diese Platte unter anderem ist, dass sie Radio(!)-Hits (!) in Italien (!!!) enthält.

Wer einen auch nur halbwegs funktionierenden Bullshit-Detektor sein Eigen nennt, der hat bei jedem Ausrufezeichen einen deutlichen Ausschlag erkennen können, und eigentlich sollte spätestens beim Stichwort „Julian Lennon“ die Nadel abgebrochen sein.

Wer dem entgegnen mag, das sei aber alles sehr voreingenommen und man sollte Gregory Darling doch eine Chance geben und sich die Platte Shell erst einmal anhören (shitesite rät aus gesundheitlichen und versicherungsrechtlichen Gründen dringend davon ab), der wird schnell eines Besseren belehrt: Es gibt hier absolut null Inspiration, dafür aber ein sechseinhalbminütiges Jazzpiano-Stück namens Lost For Words, viel steriles Gedudel und zur Krönung das Stück Angel Of Mercy (das heißt im Ernst so), das an Plattitüden nicht zu überbieten ist. „I used to give you pleasure / now I give you pain“, reimt Gregory Darling da und „I used to make you happy / now I make you sad.“ Der zweite Teil stimmt jeweils.

Dass offenbar ungestraft wertvolles Erdöl verschwendet wird, um solchen Schrott auf CDs zu bringen, ist ein Fall für Wolfgang Schäuble.

Wer es wirklich wissen will: Der Clip zu Angel Of Mercy:

Gregory Darling bei MySpace.

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